Nach dem Urteil des Landgerichts Koblenz vom Montag wurden beide Männer wegen versuchten Totschlags verurteilt: Einer muss für drei Jahre und neun Monate in Haft. Der andere für fünf Jahre und neun Monate, weil er geschossen hatte. Neben den Haftstrafen verlieren beide ihre Führerscheine für mehrere Jahre, und das Auto, das sie für die Tat nutzten, wird beschlagnahmt.
Verteidiger forderten Freispruch
Die Verteidiger der Angeklagten plädierten dagegen auf einen Freispruch vom Vorwurf des versuchten Totschlags. Sie forderten nur eine Verurteilung wegen der Verfolgungsfahrt selbst, also nur wegen eines Verkehrsdeliktes. Das Gericht folgte ihnen aber nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Verfolgter rettete sich in Diez zur Polizei
Die Staatsanwaltschaft Koblenz hatte den zwei Angeklagten im Alter von 52 und 38 Jahren versuchten Totschlag vorgeworfen. Hintergrund war eine rasante Verfolgungsjagd Ende Mai 2025 in Diez. Im Prozess gab der 52-Jährige zu, dabei mit einer Pistole auf das Auto des Verfolgten geschossen zu haben. Er traf aber nur den Tank und die Reifen.
Der verfolgte Mann selbst blieb unverletzt. Er suchte schließlich Schutz bei der Polizei, die wegen eines Konzerts in Diez mit vielen Beamten vor Ort war. Die Verfolger wurden später festgenommen.
Anklage wegen versuchten Totschlags Prozess nach Verfolgungsfahrt: Männer aus Diez sollen auf Auto geschossen haben
Im Mai 2025 eskalierte ein Streit in Diez: Zwei Männer sollen einen anderen Mann mit ihren Autos verfolgt und auf ihn geschossen haben. Jetzt stehen sie in Koblenz vor Gericht.
Motiv war offenbar Angriff auf Verwandten
Im Prozess wurde bekannt, dass diese Tat eine Vorgeschichte hatte: Kurz vorher soll der verfolgte Mann den Sohn des 52-Jährigen mit einem Messer schwer verletzt haben. Möglicherweise ging es um Schulden. Die beiden Angeklagten, der Vater und der Onkel des Opfers, sollen daraufhin den mutmaßlichen Angreifer in Diez aufgespürt, und verfolgt haben.