Die Staatsanwaltschaft wirft den 52 und 38 Jahre alten Angeklagten versuchten Totschlag vor. Beim Prozessauftakt am Landgericht Koblenz am Montagmorgen ging es unter anderem um die Hintergründe der Tat. Den Ermittlungen zufolge gab es zu dem Vorfall in Diez eine Vorgeschichte.
Einen Monat zuvor soll der Mann, den die beiden verfolgt haben, den Sohn des 52-jährigen Angeklagten mit einem Messer schwer im Gesichts- und Halsbereich verletzt haben. Die Verteidigung spricht von elf Messerstichen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sei es damals um Geldschulden gegangen. Die jetzt angeklagten Männer sind der Vater und der Onkel des jungen Mannes, der bei dem früheren Angriff verletzt wurde.
Verfolgungsjagd durch die Stadt
Ende Mai sollen die beiden Angeklagten den mutmaßlichen Angreifer in Diez aufgespürt haben. Es kam zu einer Verfolgungsjagd durch die Stadt. Während dieser sollen die Männer teils sehr schnell gefahren sein. Der 52-Jährige soll zudem mit einer Pistole auf das Auto geschossen haben.
Bei der anfänglichen Stellungnahme vor Gericht hat er das grundsätzlich eingeräumt. Die Schüsse sollen unter anderem den Tank und einen Reifen des Wagens getroffen haben. Der Verfolgte selbst blieb jedoch unverletzt.
Bei der Verfolgungsjagd sollen mehrere Autos beteiligt gewesen sein. Außerdem sollen noch weitere Menschen in den Autos der Verfolger gesessen haben. Die Angeklagten schweigen darüber, wer noch dabei gewesen ist.
Verfolgter sucht Schutz bei der Polizei
Laut Anklage hat der Mann schließlich Schutz bei der Polizei gesucht, die an diesem Tag wegen eines Konzerts an der Eishalle in Diez mit zahlreichen Beamten in Diez präsent war. Die Verfolger wurden später festgenommen.
Laut Staatsanwaltschaft geht es bei dem Prozess weder um Clan-Kriminalität, noch um Straftaten, die im kriminellen Milieu anzusiedeln sei. Es ginge hierbei um eine "Familienstreitigkeit". Woher der 52-Jährige die Waffe hatte, mit der er auf das Auto gefeuert hat, ist noch unklar.