Das Landesuntersuchungsamt (LUA) in Koblenz habe den toten Kranich untersucht und den Erreger der Vogelgrippe nachgewiesen, teilt der Rhein-Hunsrück-Kreis mit. Eine weitere Probe sei zum Friedrich-Löffler-Institut geschickt worden. Dort wurde der Nachweis bestätigt. Für Menschen sei das Virus ungefährlich - für Vögel aber hoch ansteckend.
Verdachtsfälle auch in RLP Geflügelzüchter zur Vogelgrippe: "Wir hoffen, der Vogelzug ist bald vorbei!"
Wir haben mit dem Geflügelzüchter Daniel Elsner aus Seibersbach im Hunsrück darüber gesprochen, was er tut, um seinen Bestand vor der Vogelgrippe während des Vogelzugs zu schützen.
Einziger Fall von Vogelgrippe im Rhein-Hunsrück-Kreis
Zum aktuellen Zeitpunkt bestehe aber kein Anlass für Bedenken, teilt die Kreisverwaltung weiter mit. Die Lage werde vom Veterinäramt sowie den zuständigen Instituten überwacht. Der Fall in Niedersohren ist laut Rhein-Hunsrück-Kreis bisher der einzige dort.
Die Kraniche legen hier meist auch nur einen kurzen Stopp auf ihrem Weg nach Süden ein. Ebenso wie in anderen Regionen im Norden von Rheinland-Pfalz, zum Beispiel an der Westerwälder Seenplatte. Da können teils tausende Tiere zusammenkommen, was das Infektionsrisiko erhöht.
Rund 20 tote Kraniche im Westerwaldkreis gefunden
Im Westerwaldkreis wurden in den vergangenen Tagen rund 20 tote Kraniche gefunden, etwa am Dreifelder Weiher (Westerwälder Seenplatte), an der Krombachtalsperre und in Müschenbach. Das teilt die Kreisverwaltung auf SWR-Nachfrage mit. Einige der Vögel konnten demnach geborgen werden, fünf von ihnen wurden bereits positiv auf das Vogelgrippe-Virus getestet.
Antonius Kunz beobachtet als Mitglied der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz seit Jahrzehnten die Vögel an der Westerwälder Seenplatte. Er befürchtet, dass noch weitere kranke und tote Kraniche hinzukommen werden. "Wir liegen mitten auf der Hauptzugroute der Kraniche. Und der Dreifelder Weiher ist das regelmäßig genutzte Rastgebiet der Vögel in Rheinland-Pfalz."
Der Hauptzug der Kraniche hat laut Kunz noch gar nicht begonnen, weil die Temperaturen bisher noch recht mild waren. Wenn es jetzt kälter wird, machen sich im Osten Deutschlands zehntausende Kraniche auf den Weg in den Süden.
Vogelgrippe breitet sich aus
In Rheinland-Pfalz gibt es bereits weitere Verdachtsfälle. Das teilt das Landesuntersuchungsamt auf SWR-Anfrage mit. Die endgültigen Ergebnisse der neuen Funde müssen demnach aber noch vom Nationalen Referenzlabor in Greifswald bestätigt werden. Erst dann stehe fest, welche Landkreise noch betroffen sind. Laut LUA ändert sich die Lage aber täglich.
Bundesweit breitet sich das Vogelgrippe-Virus nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts unter Wildvögeln und Geflügel derzeit stark aus. Das Institut stuft das Risiko deshalb als hoch ein. Weil derzeit viele Kraniche und andere Wildvögel über das Land ziehen, rechne das Institut in dieser Jahreszeit mit einer weiteren Ausbreitung der Infektion.
15.000 Tiere getötet Vogelgrippe-Ausbruch in BW: Geflügelbetrieb im Alb-Donau-Kreis gesperrt
In einem Geflügelhof in Öllingen (Alb-Donau-Kreis) ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Der Betrieb wurde gesperrt, 15.000 Tiere getötet. Das Landratsamt richtet eine Schutzzone ein.
Vogelgrippe ist hoch ansteckend für Geflügel und Wildvögel
Die Vogelgrippe oder auch Geflügelpest sei eine hoch ansteckende, meist tödlich verlaufende Virusinfektion bei Geflügel und Wildvögeln, so der Kreis. Infizierte Tiere wirken apathisch, fressen kaum und sterben oft plötzlich. Eine Übertragung auf Menschen sei äußerst selten. Dennoch rät der Rhein-Hunsrück-Kreis dazu, keine toten oder kranke Wildvögel anzufassen. Wer kranke oder tote Wasser- und Greifvögel sowie Kraniche bemerkt, sollte das dem Veterinäramt melden.
Auch Haus- und Nutztiere sollten mit den Vogelkadavern nicht in Kontakt kommen. Den Geflügelhaltern empfiehlt die Kreisverwaltung unter anderem kein Grünfutter von Wiesen oder Äckern zu verfüttern und Stall- und Straßenkleidung zu trennen. Außerdem sollte das Futter wildvogelsicher gelagert und nur Leitungswasser verwendet werden.