Ein US-Forschungsteam hat in einer Studie zwei Medikamente zur Behandlung der Vogelgrippe (H5N1-Virus) getestet und wichtige Hinweise geliefert, wie Menschen am besten gegen die Vogelgrippe behandelt werden können.
Bei den zwei Medikamenten handelt es sich um bereits zugelassene Medikamente für die normale Grippe. Sie sollen aber auch die Vermehrung der Vogelgrippe-Viren in unserem Körper bremsen.
Neues Medikament für die Behandlung der Vogelgrippe erfolgreich getestet
Das Team schaut besonders auf das Medikament Baloxavir. Es wird zwar bisher nicht bei Vogelgrippe-Patienten eingesetzt, hat aber bei Tests mit Mäusen besser abgeschnitten als das Medikament Oseltamivir – der aktuelle Standard bei Vogelgrippe-Fällen.
Das Forschungsteam empfiehlt aufgrund der Studienergebnisse, künftig Baloxavir anstelle von Oseltamivir einzusetzen. In den Tierversuchen überlebten mit Baloxavir behandelte Mäuse nämlich deutlich häufiger als Mäuse, die Oseltamivir erhielten.
Zwar handelt es sich eben nur um eine Studie mit Mäusen, doch die Ergebnisse könnten in Zukunft zu Diskussionen führen, wie schwer erkrankte Menschen im Notfall behandelt werden können.
Wie gut ist die Forschung auf einen größeren Ausbruch des Virus vorbereitet?
Neben einer medikamentösen Behandlung arbeitet die Forschung auch an einem möglichen Impfstoff. Auf Basis der Grippe-Impfung gibt es bereits mehrere zugelassene Impfstoffe, die im Falle eines Ausbruchs schnell angepasst werden können.
Dabei handelt es sich allerdings nur um eine Vorbereitung, ein konkreter Hinweis, dass sich die Vogelgrippe auch von Mensch zu Mensch in einem größeren Ausmaß verbreiten kann, gibt es aktuell nicht.
Vorbereitungen laufen – aber das Risiko einer Ausbreitung der Vogelgrippe bleibt gering
Neben den bereits zugelassenen Impfstoffen gibt es noch mindestens sechs weitere Impfstoffe, die aktuell in der Entwicklung sind. Für die Behandlung von Erkrankten werden vor allem bereits erprobte Influenza-Medikamente getestet.
Doch das Risiko einer größeren Verbreitung des Virus bleibt nach wie vor gering. Aktuell schätzt das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) das Risiko für eine Übertragung des Virus von Tieren für die allgemeine Bevölkerung als niedrig ein.