Laut Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hatte der Angeklagte auf einem US-Militärstützpunkt in Deutschland gearbeitet - und zwar für einen zivilen Vertragspartner des Verteidigungsministeriums der USA. Dort war er laut Anklage zwischen 2017 und 2023 beschäftigt. Im Sommer 2024 soll der Mann dann mehrfach staatliche Stellen in China kontaktiert und ihnen angeboten haben, sensible Daten des US-Militärs an einen chinesischen Nachrichtendienst weiterzuleiten.
Offenbar keine Daten an China übermittelt
Zu einer Übermittlung solcher Daten soll es aber damals nicht gekommen sein. In der Zusammenfassung der Anklage heißt es, dass der "Beschuldigte hinreichend verdächtig ist, sich in einem besonders schwerem Fall gegenüber einem ausländischen Geheimdienst zur geheimdienstlichen Agententätigkeit bereit erklärt zu haben."
Oberlandesgericht Koblenz befasst sich mit dem Fall US-Bürger aus RLP wegen mutmaßlicher Spionage für China angeklagt
Ein US-Amerikaner soll sich China als Agent angeboten und auf einem US-Stützpunkt in Deutschland sensible Informationen gesammelt haben. Nun soll ihm der Prozess gemacht werden.
Unzufriedenheit mit dem Arbeitgeber als Motiv?
Was sein Motiv war, soll jetzt mit dem Verfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) geklärt werden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll der Mann mit seinem früheren Arbeitgeber unzufrieden gewesen sein. Der Angeklagte Martin D. war im November 2024 am Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Außerdem war seine Wohnung durchsucht worden.
Seit seiner Festnahme sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft. Für den Prozess in Koblenz hat der Staatsschutzsenat 14 Termine bis Mitte Januar 2026 angesetzt. Das Verfahren findet zum großen Teil unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil darin sensible Geheimdienst-Informationen besprochen werden könnten.