Invasive Art bedroht heimische Tiere

Signalkrebse breiten sich in der Ahr aus - Fischer schlagen Alarm

In der Ahr breitet sich eine Krebsart aus, die da eigentlich gar nicht hingehört: der Signalkrebs. Fischer versuchen zu verhindern, dass er sich weiter vermehrt. Ohne großen Erfolg.

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Der Signalkrebs kommt aus Amerika, wurde vor Jahrzehnten nach Europa eingeschleppt und entwickelt sich bei uns zu einer Plage. Vor zehn Jahren gab es in der Ahr nur einheimische Krebsarten. Jetzt sei das völlig anders, sagt Hobby-Fischer Manfred Klapperich. Zusammen mit anderen Fischern hat er an der Oberahr kurz vor der Grenze zu Nordrhein-Westfalen drei Kilometer Fluss gepachtet, um zu fischen.

Mittlerweile verbringt er aber viel Zeit damit, die invasive Art aus den USA zu fangen. Allein im letzten Jahr habe er mehr als 10.000 Signalkrebse in seinen etwa 30 Reusen, also den Fangnetzen im Wasser, gehabt: "Wir werden denen nicht mehr Herr."

Signalkrebs frisst anderen Tieren das Futter weg

Die etwa 10 bis 15 Zentimeter großen Krebse gehören nicht in die Ahr und sind aus Sicht des Fischers ein großes Problem: "Die fressen alles weg. Der frisst den Laich, der frisst Fischfutter, der frisst kleine Fische."

Für die Fische, die Klapperich eigentlich aus der Ahr holen will, bleibe nur noch wenig übrig, sagt der Hobby-Fischer. Der Fischbestand in der Ahr werde dadurch weniger. Und Klapperich beobachtet, dass die Signalkrebse immer weiter stromaufwärts Richtung Ahrquelle vordringen.

Signalkrebs kann Pilzkrankheit verbreiten

Ein weiteres Problem ist, dass der Krebs nicht nur Fischlaich und Futter wegfrisst, er ist auch schädlich für andere Tiere. Er bedrohe vor allem einheimische Krebsarten, sagt Roland Maudes von der Landeswasserschutzbehörde.

Gekocht bekommen Signalkrebse eine deutlich rote Farbe. Ihr Fleisch schmeckt ähnlich wie Hummer.
Gekocht bekommen Signalkrebse eine deutlich rote Farbe. Ihr Fleisch schmeckt ähnlich wie Hummer. IMAGO / Ritzau Scanpix

Denn mit dem Signalkrebs sei noch eine andere, eine tödliche Gefahr in Deutschlands Flüssen und Bächen angekommen: "Viel gefährlicher ist es, dass die invasiven Krebsarten eine Pilzkrankheit, die sogenannte Krebspest übertragen, ohne selbst daran zu erkranken. Für unsere heimischen Krebse ist diese Krankheit aber tödlich." An der Ahr ist der einheimische Steinkrebs so gut wie ausgestorben.

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Den Fischern bringen die Signalkrebse immerhin nicht nur Arbeit, sondern auch ein bisschen Geld. Sie können ihren Fang an Restaurants in der Region verkaufen - zum Beispiel an Gastronom Stefan Sion aus Müsch. Denn in der Küche gelten die Krebse mittlerweile als Delikatesse.

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SWR