Die Sportgemeinschaft (SG) Westerwald mit Sitz in Gebhardshain ist sportlich breit aufgestellt. Sie bietet unter anderem Basketball, Hockey, Tennis, Tischtennis, Tanzen und Leichtathletik an. Der Verein hat außerdem ein eigenes Fitnessstudio und derzeit gibt es 14 Reha-Sportgruppen. Mehr als 2.000 Menschen nutzen die Angebote des Vereins.
"Damit sind wir aktuell so gut ausgelastet, dass wir bereits ein Platzproblem haben", sagt Geschäftsführer Markus Solbach. Der Verein plant deshalb einen Anbau mit zwei weiteren Kursräumen, vor allem für den Reha-Sport. Denn da sei der Bedarf besonders hoch. Der Anbau würde rund 750.000 Euro kosten. So viel Geld hat die SG Westerwald aber nicht. Die Verantwortlichen sind deshalb auf eine Förderung angewiesen. Doch das ist gar nicht so einfach.
Förderprogramme zu kompliziert oder nicht passend
Es gibt zum Beispiel das Bundesprogramm zur Förderung kommunaler Sportstätten mit einem Volumen von 333 Millionen Euro. "Das gilt aber nur für die Sanierung bereits bestehender Sportstätten, nicht für einen Neubau. Damit sind wir schon raus", erklärt der Vereinsvorsitzende Thomas Hombach.
Außerdem seien die Förderprogramme teils zwanzigfach überzeichnet, es gebe also viel mehr Bedarf von Vereinen, als Geld vorhanden sei. "Es ist allein schon schwer in Erfahrung zu bringen, welches Förderprogramm überhaupt das passende für uns ist", so Hombach. Die Anträge seien zu kompliziert, da müsse man sehr genau das Kleingedruckte lesen.
Beim rheinland-pfälzischen Landesförderprogramm "Goldener Plan" werden zwar auch Neubauten gefördert. Allerdings liege die Fördersumme bei maximal 250.000 Euro, also zu wenig für den geplanten Neubau. "Im Kreis Altenkirchen wären wir zudem auf der Prioritätenliste erst an zehnter Stelle, damit haben wir also auch bei diesem Programm kaum eine Chance", erklärt Hombach.
Risiko für Vereine durch steigende Kosten
Wenn sie eine Zusage für ein Förderprogramm bekommen würden, gebe es da noch einen weiteren Punkt, der ihnen Bauchschmerzen bereite. "Die Fördersumme ist dann festgeschrieben. Wenn sich im Laufe der Bauarbeiten die Kosten aber erhöhen sollten, müssten wir das selbst tragen", sagt Thomas Hombach.
Das bedeute also auch ein finanzielles Risiko für den Verein. Außerdem werde das Fördergeld erst im Nachhinein ausgezahlt. Die SG Westerwald müsste bei der Finanzierung des Neubaus also erst einmal in Vorleistung gehen.
EU-Förderprogramm und Stiftung sollen helfen
"Wir sind jetzt dabei uns bei dem LEADER-Förderprogramm der EU zu bewerben und hoffen, dass das klappt", so Hombach. Außerdem steht der Verein bereits mit einer Stiftung in Kontakt, die auch bereit wäre, Geld beizusteuern. So könnte es mit dem geplanten Neubau vielleicht doch noch klappen. Einen Plan B hat die SG Westerwald derzeit nicht.
"Ich würde mir allgemein wünschen, dass es eine zentrale Stelle gibt, die Vereine kostenlos über die verschiedenen Fördermöglichkeiten berät", sagt Thomas Hombach. Die vielen Vereine im Land hätten schließlich eine wichtige Funktion in der Gesellschaft, sie würden zum Zusammenhalt beitragen. Der Erhalt und die Weiterentwicklung der Vereine sei somit ein hohes Gut.