Das Kreishaus des Rhein-Pfalz-Kreises ist schon lange in die Jahre gekommen. Und so wurde schon im Jahre 2013 über eine Sanierung oder einen Neubau der Kreisverwaltung nachgedacht.
Der frühere Landrat, Clemens Körner (CDU), machte das Land für die langen Planungsphasen verantwortlich: Immer wieder seien neue Auflagen für eine Sanierung oder einen Neubau dazu gekommen.
Umzug nach Schifferstadt war fest geplant
2021 schien es dann eine realisierbare Lösung zu geben: Der Kreis wollte weg aus Ludwigshafen und nach Schifferstadt umziehen. Eine heimische Baufirma sollte auf dem ehemaligen Polizeigelände bauen, ein Investor das Gebäude kaufen und der Rhein-Pfalz-Kreis wollte als Mieter ins neue Gebäude.
Eine Sanierung des alten Kreishauses in Ludwigshafen schien unwirtschaftlich. Noch dazu hatte die Kreisverwaltung keine Lust auf jahrelangen Lärm und Dreck durch die Riesenbaustelle in der Ludwigshafener Innenstadt.
Zwischendurch gab es auch noch Krach mit der Stadt Ludwigshafen, die einen Auszug des Kreises aus der Stadt gar nicht gut fand.
Alles schien nun also auf dem Weg und die Probleme ausgeräumt - und jetzt hieß es in der letzten Kreistagssitzung diese Woche: Alles auf Anfang!
Denn es hat sich kein Investor gefunden, der das geplante neue Kreishaus in Schifferstadt bauen lassen und später an den Kreis vermieten will.
Mietpreis mit 26,50 Euro pro Quadratmeter war Kritikern zu hoch
Die Kritiker des Mietmodells, etwa die AfD-Fraktion und die FDP-Fraktion, dürfte die Nachricht freuen: Denn bei einem Quadratmeterpreis von 26,50 Euro im Mietmodell schien ihnen diese Variante definitiv auf Dauer zu teuer. Sie waren immer für Bauen.
Bauen statt Mieten - die Lösung?
Eine Idee, die der Kreis nun auch wieder aufgreift: Ein eigenes Kreishaus bauen an der gleichen Stelle, wo auch das Mietobjekt hätte entstehen sollen. Gespräche dazu laufen gerade mit dem Land, so eine Sprecherin des Rhein-Pfalz-Kreises.
Aber neue Planungen kosten wieder neues Geld. Momentan sind 150.000 Euro dafür vorgesehen, wie eine Vorlage dazu im Kreistag verdeutlichte. Und wie der Kreis so ein Bauprojekt als Bauherr stemmen will, steht auch noch in den Sternen.
Eines ist jedenfalls klar: Der anvisierte Umzugstermin im Jahr 2028 dürfte nicht mehr haltbar sein. Mitarbeiter und Kunden des Rhein-Pfalz-Kreises werden den Baulärm in der Innenstadt wohl noch ein paar Jahre länger erdulden müssen.