Die Diskussion ums Kreishaus Germersheim dauert schon jahrelang. Unter Martin Brandls Vorgänger, Landrat Fritz Brechtel (CDU), gab es viele Pläne, die alle wieder verworfen wurden. Mal hieß es, das Verwaltungsgebäude aus den 1950er Jahren werde saniert, dann wieder, es werde abgerissen. Wobei das nur für einen Teil der Verwaltungsgebäude gilt, im anderen denkmalgeschützten Teil, Baujahr 1907, laufen schon seit Jahren kleinere Sanierungsarbeiten. Nun drängt also der neue Landrat Brandl auf eine Entscheidung: Er würde den 50er Jahre-Bau mitten im historischen Stadtzentrum gerne verkaufen.
Sanierung von Kreishaus in Germersheim zu teuer
Martin Brandl begründet das damit, dass das Gebäude technisch und baulich marode sei und komplett saniert werden müsste. Eine Sanierung wäre aber extrem teuer. Dass der Verwaltungschef mit einem Verkauf liebäugelt, kommt nicht aus heiterem Himmel. Im vergangenen März hatte er einen neuen Sitz der Kreisverwaltung in Kandel vorgestellt. Und zwar in Gebäuden, die noch der Sparkasse gehörten. Damals machte er deutlich. dass die Kreisverwaltung Germersheim Teile des Sparkassenkomplexes in Kandel von der Sparkasse kaufen wolle. Und er kündigte an, dass etwa 150 Beschäftigte der Kreisverwaltung im kommenden Jahr, also 2026, von Germersheim nach Kandel umziehen.
Landrat Brandl: Sparkasse Kreishaus zum Kauf angeboten
Nun könnte also just dieselbe Sparkasse Südpfalz, die die Gebäude in Kandel an die Kreisverwaltung verkaufen soll, das Kreishaus von Germersheim von der Verwaltung kaufen. Zumindest teilte die Kreisverwaltung mit: "Da auch die Sparkasse Südpfalz ihr Standort- und Kundenkonzept vorantreibt, hat Landrat Martin Brandl der Sparkasse angeboten, das 50er-Jahre-Gebäude der Kreisverwaltung zu kaufen."
Laut Kreisverwaltung hat Benjamin Hirsch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Südpfalz, Interesse bekundet. Er machte deutlich, dass das bestehende Sparkassengebäude in Germersheim in die Jahre gekommen sei. Die Sparkasse wolle nun eine Studie in Auftrag geben, um zu ermitteln, ob sich ein Kauf des Kreishauses rechnet. Eine Entscheidung könnte bereits im kommenden Frühjahr fallen.
Sparkasse Südpfalz: Kreishaus abreißen und neu bauen
Die Hoffnung der Kreisverwaltung ist, dass die Sparkasse den Teil aus den 50er Jahren kauft, abreißt und ein neues Gebäude hinstellt. Etwas, das sich der Kreis finanziell nicht leisten kann. Der würde stattdessen das denkmalgeschützte Nachbargebäude behalten und sanieren. Und zwar genau dann, wenn die Sparkasse das 50er Jahre-Gebäude abreißen lässt. Der benachbarte Jugendstilbau hängt nämlich am Heizungssystem des Nachbargebäudes.
Rund 100 Mitarbeiter müssten dann raus aus dem Kreishaus und so lange in angemietete Gebäude in Germersheim und Umgebung umziehen, so die Kreisverwaltung. Wo die Beschäftigten am Ende dann dauerhaft untergebracht werden, das stehe noch nicht fest. Ein Teil wird aber wohl künftig in Kandel arbeiten.
Brandl: Kein Geld für einen Neubau
Der Landkreis werde nun ein umfassendes Zukunftskonzept für die Kreisverwaltung entwickeln. Landrat Brandl teilte mit, dass es keine großen Neubauprojekte für die Verwaltung geben werde. dafür fehle das Geld. Und weiter: "Ziel ist es, vorhandene Immobilien zu stärken, bestehende Strukturen effizient zu nutzen und dabei eine moderne, konkurrenzfähige Verwaltung aufzubauen."
Geplant ist, dass der Kreistag am 9. März über den Verkauf des Gebäudes aus den 50er-Jahren entscheidet.