Was wird in den B10-Tunneln gemacht?
In den B10-Tunneln bei Annweiler wird die 15 Jahre alte Technik erneuert. Der zuständige Landesbetrieb Mobilität (LBM) baut eine neue Brandmeldeanlage ein und tauscht die Technik für die Videoüberwachung aus. Außerdem sollen zum Beispiel Teile vom Lärmschutz und Rettungswege saniert werden. Kosten: rund 4,3 Millionen Euro.
Wo geht die Umleitung lang?
Autos und LKW von weiter her, sollen die Gegend komplett meiden und die Autobahnen A6, A61 und A65 nutzen. Laut dem Landesbetrieb Mobilität fahren täglich rund 15.000 Fahrzeuge durch den Tunnel, davon 3.000 LKW. Ein Großteil soll umgeleitet werden. Die örtliche Umleitung führt durch Annweiler, Sarnstall und Rinnthal (Kreis Südliche Weinstraße).
Was heißt das für die Menschen an der Umleitungsstrecke?
Mehr Verkehr, mehr Lärm, unruhigere Nächte. Die Anwohnerinnen und Anwohner an den eher engen Hauptstraßen mussten in den vergangenen Jahren immer wieder die Auswirkungen von längeren oder kürzeren Tunnelsperrungen mitmachen. In ihren Orten gilt für die Zeit der Sperrung Tempo 30, es gibt ein absolutes Halteverbot und zusätzliche Fußgängerampeln. Der Transit-Schwerlastverkehr darf eigentlich nicht durchfahren - doch die Leute vor Ort berichten, dass dieses Verbot regelmäßig ignoriert werde.
Wie sollen die LKW aus Rinnthal und Sarnstall rausgehalten werden?
Der Landesbetrieb Mobilität stellt digitale Hinweistafeln an den angrenzenden Autobahnen und Bundesstraßen auf. Die sind neu, der Text darauf kann angepasst werden. So sollen die LKW-Fahrer, auch aus dem Ausland, besser auf die Tunnelsperrung und die Umleitung aufmerksam werden. Die Kosten für diese Technik liegen laut LBM bei rund 2,1 Millionen Euro. Die Hinweistafeln sollen auch nach der Sperrung stehenbleiben.
Werden die neuen Hinweistafeln helfen?
Das muss sich zeigen. Der Ortsbeirat von Sarnstall hat schon im vergangenen Jahr ein komplettes Verbot für Transit-LKW gefordert. Für den kompletten Teil der B10 zwischen Landau und Pirmasens, inklusive der Tunnel. Der Gedanke dahinter: Wenn der Schwerlastverkehr dort nicht fährt, stört er uns auch nicht bei einer Umleitung durch die Dörfer. Der LBM sage, der Verkehr muss rollen, berichtet der Sarnstaller Ortsvorsteher Gernot Neuer (parteilos): "Natürlich muss der Verkehr rollen, aber auf einer vernünftigen Basis."
Wie stark kontrolliert die Polizei das Durchfahrtsverbot für Transit-LKW?
Die Polizei plant eine Großkontrolle in den zehn Wochen der B10-Tunnelsperrung und kleinere Kontrollen. "Die Kollegen sollen täglich Maßnahmen machen", heißt es auf Anfrage. Man sei bemüht, für die Anwohner ein "erträgliches Ergebnis" hinzubekommen.
Mehr Verkehr auf der Umleitung - was heißt das für Fahrradfahrer?
Der ADFC Kreisverband Landau-SÜW geht davon aus, dass der Radverkehr wie der übrige Verkehr auch, "stark behindert werden" wird. "Wir sind auf rücksichtsvolles und verantwortungsbewusstes Verhalten der Autofahrenden angewiesen", schreibt der Fahrrad-Klub. In Annweiler sollten Radfahrerinnen und Radfahrer den touristischen "Queichradweg" nutzen - in Sarnstall und Rinnthal dagegen gibt es keine Ausweichroute.