Ludwigshafen ist voll mit großen Baustellen. Denn die marode Hochstraße Nord muss abgerissen werden. Sie wird durch die Helmut-Kohl-Allee und eine neue sogenannte Westbrücke ersetzt. Die Stadt Ludwigshafen hat durch die Baustellen geführt.
Aufwändige Bauarbeiten
Die Westbrücke ist eines von vielen Bauvorhaben der Stadt Ludwigshafen, um die Mobilität zwischen der Stadt und Mannheim zu verbessern. Sie soll 445 Meter lang werden und über den Güter- und Hauptbahnhof führen. Die Brücke mündet in der zukünftigen Helmut-Kohl-Allee, die die Hochstraße Nord ersetzen soll.
Einige der Pfeiler, auf denen die Brücke gebaut wird, sind bereits fertig. Autofahrer auf der A650, die aus der Richtung Bad Dürkheim kommen, können die schon sehen. Die Pfeiler sind Teil eines besonderen Baukonzepts, denn die Westbrücke ist eine sogenannte Stahlverbundbrücke.
Das bedeutet, dass auf die Pfeiler schwere Stahlträger gesetzt werden, auf die dann später der Beton kommt. Wenn die Stahlträger eingesetzt werden, können Bürgerinnen und Bürger dann schon eine Brücke erkennen.
Mitte September werden die ersten Stahlträger aufgesetzt. Dafür müssen besondere Kräne eingesetzt werden: ein 700 Tonnen schwerer Autokran und ein 750 Tonnen schwerer Raupenkran.
Baustelle seit anderthalb Jahren Hochstraße Süd in Ludwigshafen: Rohbau der neuen Brücke ist fertig
Nach eineinhalb Jahren Arbeit steht der Rohbau der neuen Hochstraße Süd in Ludwigshafen. Ganz fertig ist die Verkehrsachse aber noch nicht.
Die Westbrücke wird 2029 fertiggestellt und soll dann erstmal einseitig geöffnet werden. Zunächst soll nur die Fahrtrichtung Mannheim freigegeben werden, meint Eberhard Küssner, der Gesamtprojektleiter der Bauprojektgesellschaft Ludwigshafen. Der Verkehr Richtung Bad Dürkheim wird vorerst weiter über die Hochstraße Nord rollen.
Alte Fabrikteile unter Messplatz entdeckt
Die Helmut-Kohl-Allee soll ab 2032 die Hochstraße Nord in Ludwigshafen ersetzen. Sie wird über den Messplatz gebaut und führt über das Rathausgelände, auf dem gerade das ehemalige Rathaushochhaus abgerissen wird.
Bei Ausgrabungen am Messplatz hat die Baufirma allerdings eine unerwartete Entdeckung gemacht: Kellerräume, Säurebecken und ein Drehkreuz einer alten Werksbahn. Die Überreste sollen zur ehemaligen "Benckiserfabrik" gehören, die ihren Sitz am Westende der Jaegerstraße hatte, so Eberhard Küssner.
Diese unerwarteten Funde führen dazu, dass sich die Baumaßnahmen am Messplatz in Ludwigshafen um ein halbes Jahr verzögern. Dennoch wird der Zeitplan eingehalten, sagt Küssner bei einem Baustellenrundgang.
Großprojekte laufen nach Plan
Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck zeigt sich auf dem Baustellenrundgang zufrieden. "Ich bin sehr glücklich, weil es der Stadtverwaltung und der Baufirma gelungen ist, im Zeit- und Kostenplan zu bleiben". Die Baukosten für Westbrücke und Helmut-Kohl-Allee werden auf insgesamt 865 Millionen Euro geschätzt.