Los ging es mit dem Umzug der Mauereidechsen im April 2024. Bis jetzt konnten von den vermuteten 1.000 Exemplaren 100 umgesiedelt werden, teilte die Stadt Ludwigshafen auf SWR-Anfrage mit.
Eine mühsame Aufgabe für die "Umzugshelfer". Denn die Umsiedlung kann sich noch jahrelang hinziehen, sagte ein Sprecher des zuständigen Bauamts der Stadt. Die Stadtverwaltung ist zuversichtlich, dass die Bauarbeiten durch die Eidechsen nicht verzögert werden, da für das Einsammeln der Tier genug Zeit eingeplant sei.
Eidechsen-Umzug nur knapp drei Monate möglich
Da Eidechsen europaweit als gefährdet gelten, stehen sie unter besonderem Schutz. Aus diesem Grund gelten strenge Vorgaben. So können die Eidechsen nur bis Anfang Juni eingesammelt werden. Danach werden die Tiere in Ruhe gelassen. Denn ab dem Sommer beginnen die Eidechsen gewöhnlich mit der Eiablage, später dann mit der Aufzucht des Nachwuchses und schließlich halten sie Winterruhe.
Im kommenden März werden die Tierchen also voraussichtlich wieder an der Hochstraße Nord eingesammelt und auf ihrem neu angelegten Biotop im Ludwigshafener Stadtteil Gartenstadt ausgesetzt. Dort ist auf 25.000 Quadratmetern die neue Heimat der Eidechsen entstanden.
Hohe Kosten für neues Zuhause der Eidechsen
Der neue Lebensraum der Tiere muss hohe Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört neben der richtigen Vegetation auch ein ausreichendes Nahrungsangebot. Um das sicherzustellen, wurden Sträucher und regionale Kräuter gesät, die Insekten anlocken.
Nach Angaben der Stadtverwaltung belaufen sich die Kosten für die Umsiedlung auf 380.000 Euro. Den Großteil der Projektkosten trägt demnach der Bund mit rund 60 Prozent. Außerdem übernehme das Land zusätzlich 25 Prozent. Ludwigshafen selbst müsse knapp 60.000 Euro beisteuern. Hinzu kämen noch die Ausgaben für die Planung des Biotops sowie mehrere tausend Euro für das Einsammeln und Umsiedeln der Reptilien.