Von der Werkstatt auf die Rennstrecke

Bornheim bereitet sich auf Rennen mit Seifenkisten vor

Am Sonntag startet in Bornheim (Kreis Südliche Weinstraße) ein großes Rennen mit Seifenkisten. Die meisten der 35 Fahrzeuge sind schon fertig. Aber an einer besonders großen wird noch gebaut.

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Von Autor/in Ulrike Brandt

Jürgen Behrendt baut die größte Seifenkiste, die es wahrscheinlich je bei einem Rennen in Bornheim gegeben hat: Einen Sechssitzer für junge Handballerinnen aus seinem Sportverein. Er muss sich ranhalten, am Sonntag ist das Rennen: "Wir sind etwas in Zeitnot geraten, weil wir den Aufwand unterschätzt haben", sagt Jürgen Behrendt. Der Bornheimer ist trotzdem guter Laune.

Bau der Seifenkisten "kostet ein paar Nerven"

Die große Seifenkiste ist aus Holz, hat hydraulischen Scheibenbremsen und eine "Achsschenkellenkung", denn Jürgen Behrendt musste groß denken. Mit Hilfe von Nachbarn hat er das Fahrzeug so gebaut, dass es das Gewicht der Fahrerinnen tragen kann. Er gibt zu: "Das hat mich schon ein paar Nerven gekostet".

Bornheim Seifenkiste
Einer von vielen Arbeitsschritten. Jürgen Behrendt schleift das Holz der Seifenkiste ab.

Das letzte Seifenkistenrennen gab es in Bornheim im Jahr 2015. Zur 1.050-Jahre-Feier des Ortes gibt es diesen Sonntag eine Neuauflage. Hauptorganisator ist Dietmar Berti. Das Rennen an sich sei "schon eine supertolle Sache", sagt der, "aber das wochenlange Bauen der Kisten bringt Familien wieder mehr zusammen."

Rennstrecke in Bornheim mit einer Herausforderung

35 Seifenkisten sind für das Rennen in Bornheim angemeldet. Der Start ist oben am Ortsrand, dann zuckeln - oder düsen - die selbst gebauten Sperrholz-Maschinen eine 400 Meter lange Strecke hinunter. Mit einer besonderen Herausforderung: Die Strecke macht einen Knick – dann wird sich zeigen, welche Lenkung und auch welche Bremsen funktionieren. Schlaglöcher gibt es keine, denn die Ortsgemeinde hat die Straße vorher ausgebessert. Strohballen links und rechts der Strecke sollen für mehr Sicherheit sorgen.

Bornheim Seifenkiste
Gabriele Frey geht mit der Seifenkiste "Flower Power" an den Start.

Rennfahrerin für einen Tag

Außer dem Sechs-Sitzer für die Handballerinnen sind schon alle Kisten fertig. Zum Beispiel die "Flower Power", ein schnittiges Teil, grün mit Blumen drauf. Damit will sich Gabriele Frey zum ersten Mal überhaupt eine Rennstrecke hinunter wagen. "Ich habe da richtig Lust drauf", sagt die Bornheimerin. Mit Helm, Mut und Hoffnung wird sie unterwegs sein. Ihr Fahrzeug hat eine einfache Lenkung und ein Bremspedal aus Holz.

Wie schnell die Hightech-Variante von Jürgen Behrendt sein wird, zeigt sich dann bei den Testfahrten. "Es wird aber schon zur Sache gehen", glaubt der Seifenkistenbauer. Was schwer ist, rolle auch schnell den Berg runter, erklärt er und lacht. Sein Sechs-Sitzer ist heißer Favorit für den Preis der schnellsten Seifenkiste, die "Flower Power" von seiner Frau Gabriele Frey eher für den Preis für die kreativste Kiste.

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