Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat einen mutmaßlichen Reichsbürger aus dem Kreis Bad Dürkheim angeklagt. Die Reichsbürger-Gruppe "Königreich Deutschland", zu der er gehört haben soll, ist seit Mai vergangenen Jahres verboten.
Bundesanwaltschaft Mutmaßliche Anführer von Reichsbürger-Gruppe angeklagt
Seit Mai 2025 ist die Reichsbürger-Gruppe "Königreich Deutschland" verboten. Jetzt hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen vier mutmaßliche Köpfe der Gruppierung erhoben - darunt…
Mann aus der Pfalz besorgte das Geld
Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann aus dem Kreis Bad Dürkheim sowie drei weiteren mutmaßlichen Mitgliedern aus Sachsen und Brandenburg vor, eine kriminelle Vereinigung gebildet und geleitet zu haben. Er soll dabei seit 2018 für die Finanzen zuständig gewesen sein.
Ziel der im September 2012 gegründeten Vereinigung "Königreich Deutschland“ sei es gewesen, das System der Bundesrepublik Deutschland durch ein eigenes zu ersetzen. Die Vereinigung hält sich laut Anklageschrift für einen souveränen Staat im Sinne des Völkerrechts.
Illegale Einnahmen in Millionenhöhe
Finanziert habe sich die Gruppe durch illegale Bank- und Versicherungsgeschäfte sowie durch Spenden, Geschenke und kostenpflichtige Seminare. Allein zwischen 2020 und 2025 habe sie so rund 10 Millionen Euro eingenommen.
Dazu kommen hinterzogene Steuern von rund zwei Millionen Euro, weil auf Umsätze in Betrieben der Vereinigung keine Steuern gezahlt wurden. Und für deren Mitarbeiter weder Lohnsteuer noch Versicherungsbeiträge abgeführt wurden.
Alle vier bleiben in Untersuchungshaft
Die vier Angeschuldigten waren nach dem Verbot der Vereinigung im Mai 2025 festgenommen worden und sitzen seither in Untersuchungshaft. Das "Königreich Deutschland" hatte damals angegeben, rund 6.000 Anhänger zu haben. Die jetzt angeklagten vier Männer gelten als Anführer der Bewegung.