"Eigentlich handelt die Geschäftsführung von Eberspächer illegal und setzt dabei die Mitarbeiter unter Druck!", sagt Marc Tinger von der IG-Metall. "Das verurteilen wir aufs Schärfste." Dennoch: IG-Metall und Betriebsrat wollen sich jetzt mit der Geschäftsführung einigen. Die scheint entschlossen zu sein, die Produktion von Standheizungen für Elektroautos von Herxheim abzuziehen und nach Bulgarien zu verlagern. In Herxheim sollen nur noch Entwicklung und Verwaltung verbleiben. 160 Mitarbeitern soll gekündigt werden.
Einstweilige Verfügung abgelehnt Beschäftigte von Eberspächer scheitern mit Antrag am Arbeitsgericht in Landau
Mit einer Einstweiligen Verfügung hat der Betriebsrat vom Automobilzulieferer Eberspächer vergeblich versucht, betriebsbedingte Kündigungen am Standort Herxheim abzuwenden.
Abfindungen und Auffanggesellschaft für Eberspächer-Mitarbeitende
Betriebsrat und IG-Metall wollen jetzt mit der Geschäftsführung vereinbaren, dass jeder Mitarbeitende eine Abfindung erhält. Pro Beschäftigungsjahr sollen 80 Prozent eines Monatsgehaltes gezahlt werden. Wer also 20 Jahre bei Eberspächer war, bekäme 16 Monatsgehälter ausgezahlt. Zusätzlich soll eine Auffanggesellschaft gegründet werden. Auch hier soll den Mitarbeitern maximal ein Jahr lang 80 Prozent des Lohnes gezahlt werden. Davon kommen 60 Prozent von der Agentur für Arbeit und Eberspächer würde die übrigen 20 Prozent drauflegen. "Nur dann stimmen wir dieser Erpressung zu!", sagt IG-Metall-Bevollmächtigter Tinger.
IG-Metall: "Geschäftsführung erpresst Mitarbeiter"
Gewerkschaft und Betriebsrat sehen das Vorgehen der Geschäftsführung als "Erpressung", weil die Leitung von Eberspächer einen Haustarifvertrag gekündigt hat, der bis Ende 2026 läuft und Kündigungen ausschließt. "Das ist illegal und hat die Mitarbeitenden sehr verunsichert!", so Tinger.
Es sei jedem klar, dass im nächsten Schritt die Kündigung der Mitarbeitenden folgen sollte. Das würde zwar vom Arbeitsgericht zurückgewiesen werden, aber jeder einzelne der 160 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hätte dagegen klagen müssen. Das habe man der Belegschaft ersparen wollen.
Die Geschäftsführung hat laut Betriebsrat bei den bisherigen Verhandlungen signalisiert, dass sie die oben genannten Bedingungen akzeptiert. Sobald das schriftlich vorliege, werde man die Mitarbeiter fragen, ob sie einer Kündigung gegen Abfindung und Aufnahme in die Auffanggesellschaft zustimmen.