Prozess um den Tod von Dilan A. hat begonnen

Frau mit 43 Messerstichen getötet: Ehemann in Frankenthal vor Gericht

Dilan A. wurde im November 2025 mit 43 Messerstichen getötet, während nebenan die Kinder schliefen. Nun hat am Landgericht Frankenthal der Prozess gegen ihren Ehemann begonnen.

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Stand

Von Autor/in Anna Flörchinger

Der Mord an Dilan A. hat im vergangenen Jahr ganz Ludwigshafen erschüttert. Seit Freitagmorgen steht in Frankenthal der Mann vor Gericht, den die Staatsanwaltschaft für den Täter hält: der Ehemann der Getöteten.

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal wirft dem 40-Jährigen vor, "aus Wut und Eifersucht" gehandelt zu haben. Er sei davon ausgegangen, dass seine Frau eine außereheliche Beziehung hatte.

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"Ich habe meine Frau tot gemacht"

Deswegen hat er nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft ein Messer aus dem Keller geholt und zugestochen. Insgesamt 43 mal. Anschließend soll er die Polizei angerufen und gesagt haben: "Ich habe meine Frau tot gemacht."

Familie von Dilan A. fordert "gerechte Strafe"

"Er ist gezielt gegen sie vorgegangen", sagt Katja Kosian. Die Anwältin vertritt die Eltern und den Bruder von Dilan A., die als Nebenkläger an dem Prozess teilnehmen. "Sie wollen eine gerechte Strafe für die Getötete", so Kosian. Alles spreche dafür, dass er wegen Mordes verurteilt wird. Damit komme laut der Anwältin eine lebenslange Strafe in Betracht.

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Familienanwältin: "Mutter aus dem Leben gerissen"

Auch die Söhne von Dilan A. (neun und sechs Jahre alt) sind Teil der Nebenklage. Die Kinder wohnen nun bei ihren Großeltern mütterlicherseits. Vertreten werden die beiden Jungen von Familienanwältin Sabine Wüstefeld aus Speyer.

Die Mutter sei die Hauptbezugsperson für die Jungen gewesen. Sie befinden sich der Anwältin zufolge seit der Tat in psychologischer Betreuung.

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"Er hat seinen Kindern die Mutter aus dem Leben gerissen", sagt Wüstefeld im Gespräch mit dem SWR. "Es war ihm wenig wichtig, wie die Kinder nach der Tat leben." Seine Frau habe der Mann nicht als Mensch wahrgenommen, sondern als Objekt. "Sie war für ihn minderwertig", erklärt Wüstefeld.

Das sagt die Verteidigung

Der Täter wird von zwei Anwältinnen verteidigt. Seine Pflichtverteidigerin ist Sophie Boettcher aus Frankenthal. Zudem hat die Familie des Täters die Wahlverteidigerin Andrea Combé angestellt. Im SWR-Gespräch wollte Combé vorab keine Details nennen. Die Aktenlage sei umfangreich und kompliziert. Zudem spricht Combé von einer "unklaren Prozesslage". Mehr könne sie auch dazu nicht sagen.

Die Fachanwältin für Strafrecht, Andrea Combé, sitzt in Heidelberg. Combé ist bekannt aus dem Fall Kachelmann: Vor etwa 15 Jahren wurde dem Fernseh-Wettermoderator Jörg Kachelmann Vergewaltigung vorgeworfen. Combé erreichte einen Freispruch, die Tatvorwürfe waren nicht hinreichend.

Demonstration kurz vor Prozessbeginn

Vor dem Prozessbeginn hatten sich am Freitagmorgen 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Plakaten mit der Aufschrift "stoppt Femizide" zu einer Kundgebung vor dem Landgericht versammelt.

Vor dem Landgericht Frankenthal haben rund 25 Menschen unter anderem gegen Gewalt an Frauen demonstriert. Die Demonstration fand vor einem Prozess am Landgericht Frankenthal statt: Einem Ehemann wird vorgeworfen, seine Frau mit über 40 Messerstichen getötet zu haben.
Vor dem Landgericht Frankenthal haben rund 25 Menschen unter anderem gegen Gewalt an Frauen demonstriert. Die Demonstration fand vor einem Prozess am Landgericht Frankenthal statt: Einem Ehemann wird vorgeworfen, seine Frau mit über 40 Messerstichen getötet zu haben.

Darunter waren Angehörige des Opfers und Vertreter von Frauenrechtsorganisationen aus Mannheim.

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Anna Flörchinger
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