Wie nutze ich die Künstliche Intelligenz (KI) von Anbietern wie ChatGPT oder Google Gemini? Warum entstehen beim Chatten mit den KI-generierten Ansprechpartnern dort - den sogenannten Chatbots - emotionale Bindungen? Was sind die Gefahren dabei? Wie kann ich mich schützen? Um solche Fragen ging es in der digitalen Schulstunde der EU-Initiative "Klicksafe" und der Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz.
Ludwigshafen: 53.000 Jugendliche bei Livestream
53.000 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland, aber auch aus anderen europäischen Ländern wie Spanien, Tschechien und der Schweiz waren zugeschaltet. Los ging es mit einem etwas provokanten KI-generierten Kurzfilm: Ein Sohn stellt seinen Eltern seine Freundin vor, einen animierten Chatbot in Lebensgröße.
Umfrage: Sich in eine KI verlieben, vorstellbar?
Die Schülerinnen und Schüler konnten auch online an einer Umfrage teilnehmen. Einige Ergebnisse: Die große Mehrheit gab an, regelmäßig mit Chatbots zu schreiben - vor allem, um zu lernen und sich zu informieren. Allerdings konnte sich auch die Hälfte vorstellen, dass Menschen sich in eine KI verlieben.
Schulklasse der IGS Gartenstadt live vor Ort
Es waren auch 25 Schülerinnen und Schüler einer IGS aus Ludwigshafen direkt vor Ort im Mediaturm. Das ist die Bildungseinrichtung der Landesmedienanstalt in Ludwigshafen, in der der Livestream stattfand. Die Neuntklässler haben dort dann in Gruppen das Für und Wider von Chatbots erarbeitet. So sind sie selbst darauf gekommen, dass es gefährlich sein kann, wenn man sich zu eng an einen Chatbot bindet. Oder auch, wenn man zu viele privaten Infos und Daten von sich preisgibt. Das war der Sinn der Übung.
KI kann soziales Lernen behindern
Anlass für das Thema der Schulstunde war auch eine aktuelle Studie. Demnach nutzen rund 90 Prozent der Jugendlichen regelmäßig Chatbots zum Lernen. Der Direktor der Landesmedienanstalt, Marc Jan Eumann, machte hier deutlich, dass das soziale Lernen, der Umgang mit Konflikten als wichtiger Entwicklungsschritt auf der Strecke bleiben kann, wenn Kinder und und Jugendliche stattdessen eine enge Bindung mit KI-Agenten eingehen.
Botschaft: KI Alltagshelfer, aber kein Freund
Ein echtes Warnzeichen sei, wenn die KI in Konkurrenz zu echten Beziehungen trete, man keine Zeit mehr für echte Menschen habe, sich zunehmend isoliere, weil es angenehmer sei, mit seinem KI-Freund zu chatten. Diese emotionale Abhängigkeit sei von den Anbietern gewollt, immer mehr KIs würden kostenpflichtig, hieß es beim Diskutieren in der Schulstunde.
Wichtig sei auch, nicht alles zu glauben, was die KI sagt. Und vor allem: keine sensiblen Daten von sich preiszugeben. Ein Medienpädagoge drückte es so aus: "Immer im Hinterkopf behalten, nur Dinge sagen, die man öffentlich durch einen Bus rufen würde."