Respektloses, aggressives Verhalten der Badegäste macht Personal zu schaffen

Pfalz: Immer mehr Schwimmbäder setzen Security-Firmen ein

Viele Schwimmbäder in der Vorder- und Südpfalz setzen Security-Firmen ein, um für die Sicherheit der Badegäste zu sorgen. Das hat eine SWR-Umfrage in den Bädern der Pfalz ergeben.

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Von Autor/in Nicoletta Prevete

Im Badepark in Wörth musste dieses Jahr bereits neun Mal die Polizei anrücken, weil Badegäste die Anordnungen des Schwimmbad-Personals oder der Security-Mitarbeiter ignoriert haben. Kleinere Schlägereien oder Provokationen unter Badegästen haben laut einer Stellungnahme der Stadt oft die Folge, dass Badegäste aufgefordert werden, das Schwimmbad zu verlassen. Tun sie es nicht, müssen die Mitarbeitenden die Polizei rufen. Auch wenn im Bad geklaut wird, muss die Polizei ran.

Badepark in Wörth mit Schwimmer- und Sprungbecken, menschenleer
Immer wieder musste in der letzten Zeit die Polizei anrücken im Badepark Wörth Pressestelle Stadtwerke Wörth

Pfalz: Badegäste verhalten sich respektlos dem Schwimmbadpersonal gegenüber

"Zugenommen haben vor allem respektloses Verhalten gegenüber der Badeaufsicht, Provokationen und Beleidigungen", so die Stadt Wörth in einer schriftlichen Mitteilung. Die Stadt Ludwigshafen erklärt sogar "Beleidigungen insbesondere gegenüber unserem Personal kommen mittlerweile täglich vor." Auch in den Ludwigshafener Freibädern wird daher mit Security-Personal zusammengearbeitet, insbesondere an besucherstarken und sehr heißen Tagen, so die Stadt.

Kinder und Erwachsene spielen und schimmen in einem Freibadbecken.
Das Bademaxx in Speyer arbeitet auch seit Jahren mit Security Firmen zusammen SWS/Stadtwerke Speyer

Personal wird mit körperlicher Gewalt nach Feierabend gedroht

Der Rhein-Pfalz-Kreis betreibt gleich vier Kreisbäder; Sorgenkind sei das 'Aquabella' in Mutterstadt. Hier käme es vereinzelt zu Diebstählen, Beleidigungen, Schlägereien oder gar sexuelle Belästigungen, so eine Kreissprecherin. Doch das Personal kämpfe vor allem mit dem respektlosen Verhalten der Gäste und der Nicht-Einhaltung von Baderegeln. Mitarbeitenden des 'Aquabella' sei schon öfter gedroht worden, ihnen nach Feierabend außerhalb des Bades Gewalt anzutun.

So gut wie alle Bäder haben die Bade- und Schwimmbadregeln gut sichtbar auf großen Schildern aufgelistet, meist in vielen verschiedenen Sprachen. "Diese Maßnahmen nützen überhaupt nichts!", heißt es schon fast verzweifelt aus Mutterstadt.

Viele Freibäder in Rheinhessen machen das noch möglich: Ein Mann springt ins Becken.
Vom Beckenrand springen ist oft nicht erlaubt - aber viele Badegäste halten sich nicht daran Bernd von Jutrczenka

Eltern vernachlässigen ihre Aufsichtspflicht

Zwei Badbetreiber der Pfalz melden, ganz gut klar zu kommen, das ist das Bademaxx in Speyer, das auch mit einer Security-Firma zusammen arbeitet und die Stadt Landau. Aber beide Bäder merken an, dass viele Eltern die Aufsichtspflicht ihrer Kinder nicht ernst genug nehmen. Die Stadt Wörth bemerkt dazu: "Besonders auffällig ist, dass immer mehr Eltern ihre Kinder nicht oder unzureichend beaufsichtigen. Stattdessen sind sie mit ihrem Smartphone beschäftigt oder verbringen ihre Zeit im Kiosk." Auch die Stadt Ludwigshafen beklagt die abnehmende Sorgfaltspflicht Eltern gegenüber ihren Kindern.

Schwimmbäder und Freibäder werden von Kommunen bestritten. Deshalb ist die Kommunalwahl für jeden wichtig.
Gerade an heißen Tagen kommt es oft zu Streiterein und Pöbeleien in den Freibädern der Pfalz picture alliance/dpa | Matthias Bein

Sorgen bereiten den Schwimmbad-Betreibern zudem, dass immer mehr Nicht-Schwimmer sich im Schwimmerbecken aufhalten.

In der Statistik nehmen die Straftaten am Tatort Schwimmbad dennoch ab

Doch wie schaut es aus mit den Straftaten in den Schwimmbädern der Pfalz? Diese sind laut einer Statistik des Polizeipräsidiums Rheinpfalz eher rückläufig. Waren es in 2023 noch 219 Straftaten, die am "Tatort" Schwimmbad zur Anzeige gebracht wurden, zählten die Beamten in 2024 nur noch 185. Den größten Anteil der zur Anzeige gebrachten Straftaten waren dabei Diebstähle, nämlich 100.

Bei den anderen restlichen Anzeigen handelte es sich um Körperverletzung, etwa der Beteiligung an Schlägereien, Beleidigungen und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Doch klar ist, bei vielen Delikten wird gar keine Anzeige erstattet. Die Dunkelziffer gerade bei sexuellen Übergriffen ist groß.

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Nicoletta Prevete
Autorin Nicoletta Prevete im Einsatz.