Der Badepark in Wörth ist ein wirklich schönes Freibad. Kommt man hier an, fühlt man sich direkt wie im Urlaub. Es gibt wirklich alles, was man sich nur von einem Freibad wünschen kann und noch mehr: Neben dem üblichen Schwimmerbecken gibt es ein Wellenbad. Riesenwasserrutschen laden ein, um Spaß zu haben. Ein wärmeres Becken mit Strudel lässt auch bei Wellness-Fans keine Wünsche offen. Dazu gibt es große, grüne Wiesen zum Entspannen - eigentlich alles perfekt.
Auffällig aber: Es gibt ungewöhnlich viel Badepersonal, das für die Sicherheit der Gäste sorgen soll. Sie patrouillieren in gelben Leibchen an den Becken entlang und haben von einem Wachturm aus das Bad im Blick. Und es gibt extra Security-Mitarbeiter, die ebenfalls im Bad unterwegs sind. Gerade stehen sie am Wellenbecken und schon gibt es den ersten Pfiff aus der Trillerpfeife.
Security Personal muss oft einschreiten
"Hallo? Halloooo? Können Sie schwimmen?", ruft ein Security-Mitarbeiter besorgt vom Beckenrand. Reumütig verzieht sich ein Jugendlicher direkt wieder an den Anfang des Wellenbeckens, wo man auch als Nichtschwimmer gefahrlos den künstlichen Wellengang genießen kann.
Auch bei den Rutschen gibt es genug Gründe, kräftig in die Trillerpfeife zu blasen: Viele Kinder halten beim Rutschen nicht genügend Abstand zum Vordermann und krachen im Wasser mit Karacho auf die Vor-Rutscher. Auch bei den Sprungtürmen gibt es immer wieder Verweise. Dort wird gedrängelt und geschubst und auch da wird nicht lange genug mit dem eigenen Sprung gewartet, so dass Jugendliche im Wasser Gefahr laufen, dass ein Springer direkt auf ihrem Kopf landet.
Neunmal musste schon die Polizei anrücken
Aber all das ist vergleichsweise harmlos im Vergleich zu dem, was an besucherstarken, heißen Tagen hier los ist. Bürgermeister Steffen Weiß (FWG) hat die Sicherheit im Badepark zur Chefsache erklärt, denn die Stammgäste würden wegen des Ärgers der vergangenen Wochen schon wegbleiben. Neunmal musste die Polizei anrücken, weil weder Badpersonal noch Security-Mitarbeiter die renitenten Badegäste in den Griff bekamen.
Badpersonal in Wörth wird bedroht
"Regeln werden nicht mehr befolgt, die Hemmschwelle für Beleidigungen, Beschimpfungen und Drohungen ist deutlich gesunken. Und wir als Badbetreiber müssen natürlich unsere Mitarbeiter schützen. Aber auch unsere Wörther Bevölkerung und unsere Anwohner müssen geschützt werden. Daher müssen wir jetzt Maßnahmen ergreifen", betont Steffen Weiß.
Drängeln, schubsen, beleidigen Schwimmmeister in Rheinhessen wehren sich gegen respektlose Badegäste
Sonne, blauer Himmel und 30 Grad - das bedeutet Stress für die Badeaufsicht. Dazu kommt: In Freibädern geht es immer respektloser zu - auch in Ingelheim oder Mainz.
Und die sind drastisch: An besucherstarken Tagen sind bis zu 20 Security-Mitarbeiter im und außerhalb des Bades auf den überfüllten Parkplätzen im Einsatz. Sie greifen ein, wenn es an den Kassen und am Kiosk 'heiß' hergeht, und die Geduld der Badegäste an den langen Schlangen nicht ausreicht.
Sie schreiten auch ein, wenn rivalisierende Gruppen sich im Bad zoffen. Und sie greifen ein, wenn Besucher meinen, ihr Auto einfach irgendwo abstellen zu können, selbst vor Einfahrten benachbarter Häuser.
Große Belastung für die Mitarbeiter im Bad
Das Schlimme ist: Schreiten Badepersonal oder Security ein oder kommt gar die Polizei, werde das Aufsichtspersonal auch mal mit Schlägen gedroht. Man warte dann draußen nach Feierabend auf die Mitarbeiter, erklärten die Randalierer dreist.
Eine belastende Situation, wie Markus Juchem, Werkleiter der Wörther Bäderbetriebe, weiß: "Das ist eine große Belastung für die Mitarbeiter. Man nimmt auch Vieles mit nach Hause. Es gibt Situationen, da wird das Personal regelrecht bedroht. Da kriegt man dann gesagt: 'Ich weiß, wann Du Feierabend hast, dann kriegst du Stress mit mir'. Das hat Ausmaße angenommen, die nicht mehr tolerierbar sind", erklärt Markus Juchem.
Frauen gehen in langen Gewändern baden
Ärger gibt es auch immer wieder mit Menschen, die in normaler Straßenkleidung baden gehen. Es sind muslimische Frauen, oft in langen Gewändern. Das sei auch für die Badende selbst sehr gefährlich, da sich die Kleidung mit Wasser voll saugt. Burkinis sind erlaubt, alles andere nicht, weisen daher auch große Schilder direkt am Badeingang auf die Kleidervorschrift hin.
Die Security Mitarbeiter sind auch bezüglich dieses Problems geschult. Sie sprechen mehrere Sprachen und können so die Leute direkt auf die Regeln hinweisen. Die Badegäste sind froh über die Sicherheitsleute im Bad. "Die machen das echt gut, die sprechen auch Französisch und können die elsässischen Gäste direkt ansprechen", bemerkt eine Seniorin, die ihre Schwimmbahnen zieht.
Seit die Security Mitarbeiter da sind, läuft es besser
"Seit die da sind, läuft es besser", bemerkt eine andere Schwimmerin. Und sie fügt hinzu: "Die Bademeister können sich nicht um alles kümmern, das geht halt nicht." Es fehle an Respekt, sagt ein Großvater, der mit seinen Enkeln im Bad ist. Und er betont: "Das Thema mit den Schwimmbädern war noch nie so groß wie dieses Jahr."