Sie gehören sie zu den beliebtesten Attraktionen im Zoo Landau: die Kattas. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Waschbär und Katze und gehören innerhalb der Ordnung der Primaten zur Unterordnung der Feuchtnasenaffen und zur Familie der Lemuren. Wilde Kattas gibt es nur auf einem kleinen Fleck auf der Welt: Sie leben im Südwesten der Insel Madagaskar östlich von Afrika.
Genau das ist das Problem, sagt Christine Schubert, Biologin im Zoo Landau: "Da die nur auf der Insel Madagaskar vorkommen ist ihr Lebensraum ohnehin begrenzt. Hinzukommt, dass sie Waldbewohner sind und viele Wälder dort brandgerodet oder in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt werden." Mittlerweile seien die Lemuren stark gefährdet.
Mikros im Landauer Katta-Gehege
Deswegen hat der Zoo Landau nun ein Forschungsprojekt einer Studentin aus Frankfurt unterstützt: Sie durfte über acht Tage Mikrofone in das Gehege der Landauer Lemuren hängen, um die Laute der Tiere aufzunehmen. Gestört hat das die Landauer Halbaffen übrigens nicht, sagt Schubert: "Die fanden das spannend und haben die ganze Zeit ihr typisches Gluckern von sich gegeben. Außerdem haben die Forscher ihnen auch zwischendurch eine Traube oder eine Nuss zugesteckt."
Rund 100 verschiede Arten, viele davon gefährdet
Mit den Tönen soll eine Künstliche Intelligenz gefüttert werden. Die KI soll mit der Zeit in der Lage sein, verschiedene Lemuren-Arten zu unterscheiden.
Steckbrief Katta
Kattas sind schlau: Die pelzigen Gesellen mit dem lustig geringelten Schwanz haben sich perfekt an die Lebensbedingungen in ihrer Heimat Madagaskar angepasst.
"Die Kollegin nimmt in verschiedenen Zoos verschiedene Arten auf", erklärt Christine Schubert: "Dann soll die KI in Madagaskar eingesetzt werden, in den Wald lauschen und auswerten, welche Lemuren-Arten wo leben." Dieses Wissen soll helfen, die Wälder und die Tiere dahin besser zu schützen, so die Hoffnung im Zoo Landau: "Wenn man weiß, welche Arten dort leben, welche Ansprüche haben die, kann man gezielt Schutzmaßnahmen ergreifen, zum Beispiel die passenden Futterpflanzen säen."
Die Aufgabe ist nicht zu unterschätzen: Es gibt rund 100 verschiedene Lemuren-Arten, ein Drittel davon ist Schubert zufolge in der höchsten Gefährdungskategorie. Die Arbeit stehe noch ganz am Anfang, aber "wenn unsere Kattas zu einem Artenschutzprojekt beitragen können, würde uns das total freuen."