Knapp 100 Menschen haben sich am Freitag in der Ludwigshafener Innenstadt versammelt, um der Frau zu gedenken, die am vergangenen Sonntag starb. Die 37-Jährige wurde von ihrem Mann erstochen.
"Es ist fassungslos, dass sowas in unserer Mitte passiert", sagt Kornelia Tildmann. Sie ist die Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Pfalz-Kreises. "Wir wollen hier Flagge zeigen und Solidarität bekunden", sagt sie.
Mahnwache als Zeichen gegen Gewalt
Mit der Mahnwache wollten die Organisatorinnen der Frau gedenken und ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen, unter dem Titel "Nehmt ihr uns eine, antworten wir alle." Die Mahnwache in Ludwigshafen begann um 12 Uhr am Lichttor vor dem ehemaligen Rathaus-Center.
Hintergrund der Mahnwache
In der Nacht auf Montag hatte ein 39-jähriger Ehemann nach Angaben der Polizei seine Ehefrau in Ludwigshafen-Gartenstadt erstochen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Zwei minderjährige Kinder der Familie befinden sich in der Obhut des Jugendamts.
Festnahme am Abend Mann ersticht in Ludwigshafen seine Ehefrau und stellt sich
Ein Mann hat nach Angaben der Polizei in Ludwigshafen seine Ehefrau erstochen und dann selbst die Polizei gerufen. Der Mann sitzt jetzt in U-Haft, die Kinder des Paares kamen ins Jugendamt.
Mitarbeiterinnen des Frauenhauses zeigen sich zutiefst erschüttert
"Wir sind zutiefst erschüttert über diese Tat in unserer Stadt", sagt eine Mitarbeiterin des Frauenhauses Ludwigshafen. "Und wir sind traurig, dass wir nicht rechtzeitig helfen konnten."
Ihre Kollegin sagt, man werde sich weiterhin stark machen, um Frauen zu unterstützen, die von Gewalt betroffen sind.
War es ein Femizid?
Die Hintergründe der Tat sind laut Polizei noch unklar. Dennoch sprechen die Veranstalter und Veranstalterinnen in ihrer Einladung zur Mahnwache von einem Femizid. Dieser Begriff beinhaltet, dass Frauenhass oder Macht, die über Frauen ausgeübt wird, eine Rolle bei der Tat gespielt hat. Ob es sich also tatsächlich um einen Femizid gehandelt hat, ist zumindest von offizieller Seite noch unklar.
Mit Entsetzen haben wir von dem jüngsten Femizid in Ludwigshafen erfahren.
Diese tragische Tat, wie viele andere zuvor, macht deutlich, dass wir weiterhin auf das Problem der geschlechtsspezifischen Gewalt aufmerksam machen müssen.