Insolvente Firmen sorgten für Verzögerungen

Neustadt: Wird die Landesgartenschau 2027 um ein Jahr verschoben?

Im Jahr 2027 sollte die Landesgartenschau in Neustadt eröffnen. Jetzt prüfen das Land Rheinland-Pfalz und die Stadt Neustadt, ob sie erst ein Jahr später starten soll. Grund sollen Bauverzögerungen durch eine insolvente Firma sein.

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Von Autor/in Tanja Maurer, Paul Lütge

Mehrere Millionen vom Land flossen bereits nach Neustadt, Brücken wurden saniert, Bäume gepflanzt, der Panoramaberg entstand – doch jetzt soll die Landesgartenschau möglicherweise verschoben werden.

LGS Neustadt: Wichtige Baumaßnahmen 10 Wochen später fertig

Wie die Behörden mitteilten, war letzte Woche klar, dass wichtige Baumaßnahmen erst im Juni 2027 und damit etwa zehn Wochen später als geplant fertiggestellt werden können. 

Das Problem: Bepflanzungen und Aussaat könnten dann erst im Frühjahr 2027 starten. Der geplante Start der Landesgartenschau Neustadt am 15. April 2027 wäre dann nicht haltbar, weil eine komplette Jahreszeit für die Landesgartenschau verloren ginge, gaben die Organisatoren bekannt.

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Wunsch nach Verschiebung werde "sehr ernst genommen"

Daher hat die Landesgartenschau-Gesellschaft die Stadt Neustadt darum gebeten, die Eröffnung zu verschieben. Dieser Wunsch werde von Land und Stadt nach eigener Aussage sehr ernst genommen. "Dabei sei allen bewusst, wie viel Verantwortung, Arbeit und Herzblut mit diesem Projekt vor Ort verbunden sind", und weiter: "Entsprechend stünden Stadt und Land in einem engen, offenen und vertrauensvollen Austausch."

Als Grund wird Insolvenz einer beteiligten Firma und Minderleistungen genannt, die zu einer Verzögerung von einigen Wochen führen, sowie die Baumaßnahme der Unterführung unter der ICE-Trasse Neustadt-Mannheim.

Organisatoren empfehlen: Landesgartenschau in Neustadt soll verschoben werden

"Wir haben bereits in den letzten Monaten beim Zeitplan alles herausgeholt, was möglich war", berichtet die Geschäftsführerin der LGS-Gesellschaft, Anne Pieper. "Aber beim Bau sind die Gewerke voneinander abhängig und können nicht beliebig verschoben werden – wie beim Hausbau, wo der Fliesenleger eben noch nicht loslegen kann, solange der Estrich nicht trocken ist. Wir empfehlen deshalb, eine Verschiebung zu prüfen."

Aus Sicht des Neustadter Oberbürgermeisters, Marc Weigel, sei es "richtig und verantwortungsvoll zu prüfen, ob die Landesgartenschau unter den neuen Rahmenbedingungen noch wie geplant in 2027 umgesetzt werden kann." Um das Thema soll es deshalb im Februar im Stadtrat gehen.

Bereits beschlossene und laufende Bauprojekte blieben von der Verschiebung unberührt und würden wie geplant umgesetzt. Ebenso gingen keine bereits bewilligten Fördermittel verloren.

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Landesgartenschau in Neustadt: 42 Millionen Euro Kosten

Im März 2022 hatte die Stadt Neustadt den Zuschlag für die Landesgartenschau bekommen. Die Stadt setzte sich gegen Bewerber wie Speyer, Mainz und die Südeifel mit Bitburg durch.

Unter anderem soll in Neustadt eine ehemalige Mülldeponie umgewandelt und der Speyerbach renaturiert werden. Die Gesamtkosten des Projekts lagen zunächst bei 23,8 Millionen Euro; später stiegen sie auf 33 Millionen Euro. Nun spricht die Geschäftsführerin der LGS-Gesellschaft, Anne Pieper, von Gesamtkosten von 42 Millionen Euro.

Wer zahlt die Mehrkosten?

Sollte die Landesgartenschau wirklich verschoben werden, werden die Kosten noch einmal steigen. So müssen die Arbeitsverträge für 19 Mitarbeitende etwa, die nur für das Projekt befristet angestellt wurden, verlängert werden. "Wir haben genug Arbeit vor uns und wollten die Zeit dann optimal nutzen", so Pieper. Es sei eine Chance, die Landesgartenschau noch erfolgreicher zu machen.

Wer die Mehrkosten zahlt, ist noch unklar. Stadt und Land sollen in Gesprächen sein. Wie hoch die Kosten ausfallen, dazu wollten die Organisatoren noch nichts sagen.

Erst im November übergab Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) einen Scheck von 5,8 Millionen Euro an die Stadt.

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Tanja Maurer
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