Marcus Förster will Landwirten den Überblick verschaffen - und zwar mithilfe von Drohnen. Der Chef der Ein-Mann-Firma "PfalzFly" hat beispielsweise eine Drohne im Einsatz mit mehreren Infrarot-Kameras.
Drohne macht Pflanzenschäden sichtbar
Und damit kann Marcus Förster von oben mehr erfahren als am Rand eines Feldes - beispielsweise ob einzelnen Pflanzen Wasser fehlt. Er sagt: "Meine Aufgabe ist es, das unsichtbare Feld sichtbar zu machen - also das, was man mit dem menschlichen Auge noch gar nicht sieht, bevor der Schaden entstanden ist."
Eine andere Drohne, die gerade so auf die Ladefläche eines Pick-Ups passt, kann Lasten bis zu 100 Kilo bewegen. Damit lassen sich beispielsweise Düngemittel ausbringen oder Pflanzenschutzmittel, sagt Marcus Förster.
Die 80 Erzeuger des Pfalzmarktes sind dringend auf solche neuen Ideen und technischen Hilfen angewiesen, sagen die Verantwortlichen der Genossenschaft mit Sitz in Mutterstadt. Denn durch den gestiegenen Mindestlohn und die höheren Energiepreise seien die Kosten für die Erzeuger der Genossenschaft enorm gestiegen.
Der Umsatz des Pfalzmarktes im Jahr 2025 ist um 22 Millionen Euro gesunken auf jetzt 300 Millionen Euro. Die Jahresbilanz vieler Erzeugerbetriebe sei "desaströs", teilte der Pfalzmarkt mit.
Drohnen und KI sollen Erzeugern helfen
Das Problem: Die Erzeuger können ihre höheren Betriebskosten nicht an die Verbraucher weitergeben, die ja sowieso auch schon mit höheren Preisen leben müssen. Eine Lösung des Problems könnten Drohnen, Robotik und KI sein.
Hans-Jörg Friedrich ist Verwaltungs-Vorstand des Pfalzmarktes. Er sagt: "Die Technik muss dazu führen, dass wir weniger Personal einsetzen müssen." Gemeint sind Drohnen und andere Geräte, die die Landwirte im Pflanzenschutz oder in der Düngung unterstützen können.
"Und für die Handarbeit, die auf den Feldern passiert, da brauchen wir Erntemaschinen", sagt der Pfalzmarkt-Vorstand. Auch die gebe es schon oder sie seien in der Entwicklung. Das Problem: Diese High-Tech-Maschinen sind laut Hans-Jörg Friedrich "im Moment immens teuer." Zu teuer für einen mittelständischen Betrieb.
Um sich breiter im umkämpften Obst- und Gemüsmarkt aufzustellen, geht die Pfälzer Genossenschaft neue Wege: Seit dem vergangenen Jahr gehören drei Landwirte aus Portugal dazu. Der Pfalzmarkt holt sich sozusagen die billigere Konkurrenz aus dem Ausland ins eigene Boot.
Pfalzmarkt will noch mehr ausländische Erzeuger aufnehmen
Weitere Erzeuger aus dem Ausland sollen laut Pfalzmarkt-Vorstand Reinhard Oehrter folgen - er ist für den Vertrieb zuständig: "Wir sind dabei, das Ganze auszubauen und importieren natürlich auch Ware aus Italien, aus Spanien in den Wintermonaten auch ganz stark aus Ägypten mittlerweile um einfach ein zwölf Monats-Konzept mit dem Lebensmitteleinzelhandel abbilden zu können."
Zurück zur High-Tech auf den pfälzischen Äckern, die langfristig die Lohnkosten senken soll. Da haben die Experten für die innovative Technik einen ganz großen Wunsch: Dass die Behörden schneller arbeiten in Sachen Genehmigung der neuen Technik.
Zu viel Bürokratie verhindert neue Technik
So darf Marcus Förster seine große Lastendrohne noch nicht zum Spritzen einsetzen, weil die zuständige Behörde das noch nicht genehmigt hat. "Wenn ich optimistisch bin, dann dauert das noch fünf Jahre, wenn ich pessimistisch bin dann sieben", sagt der Unternehmer und schüttelt den Kopf.
Und er ergänzt: "In anderen Ländern werden solche Drohnen schon flächendeckend mit Erfolg eingesetzt, ganze Drohnenflotten und wir warten noch auf Genehmigungen."