"Wir sind zufrieden", sagt eine Mutter mit zwei Kindern im Gespräch mit einem SWR-Reporter in Schifferstadt. Es sei zwar schwierig gewesen für ihre Kinder, einen Kita-Platz zu finden. Das sagt sie aber erst auf Nachfrage, ansonsten könne sie sich nicht beschweren.
Ähnlich wie dieser Frau geht es offenbar vielen Schifferstädterinnen und Schifferstädtern. Mit dem Leben in ihrem Ort sind die meisten zufrieden. Inge Denk wohnt schon seit vielen Jahren hier. Sie ist dankbar dafür, dass es so viel ehrenamtliches Engagement in Schifferstadt gibt.
Ehrenamt und Vereine erhalten das Leben in der Stadt
Besonders wichtig ist der Seniorin der ehrenamtlich betriebene Bürgerbus, erzählt sie. "Ich wäre alleine nicht mehr mobil. Für mich ist das ein tolles Angebot." Zufällig stößt dann Stefan Dinges zu unserer Unterhaltung dazu. Die beiden kennen sich offenbar gut, denn Stefan Dinges engagiert sich seit einiger Zeit bei dem Bürgerbusprojekt. "Die Menschen, die wir abholen, sind sehr dankbar und glücklich. Das gibt mir dann auch ganz viel zurück. Ich mache das sehr gerne."
Stefan Dinges sagt dann aber auch noch etwas, das viele Menschen in Schifferstadt erzählen: "Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist hier leider nicht so gut. Wir haben zwar auch Busse und Züge, aber zum Beispiel zum Einkaufen kommen viele Leute damit nicht." Immer wieder beklagen sich auch Menschen über schlechte Radwege. Auch dass zunehmend Geschäfte in Schifferstadt leerstehen, beklagten einige Bürgerinnen und Bürger.
Sorge vor weltpolitischer Lage ist groß
Die meisten Menschen, mit denen wir gesprochen haben, machen sich aber vor allem Sorgen wegen der aktuellen Weltlage. "Denken Sie mal an die Ukraine, an das, was da in den USA passiert", sagt ein Mann kopfschüttelnd.
Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist in Schifferstadt leider nicht so gut.
Auch bezogen auf die deutsche Politik hatten mehrere Schifferstädterinnen und Schifferstädter Gesprächsbedarf. Ein Bürger beklagt etwa den langsamen Glasfaserausbau. Ein anderer hat Angst davor, dass er im Alter zu wenig Geld zur Verfügung hat. Das bringt er auch in Verbindung mit Menschen, die aus ihrer Heimat nach Deutschland fliehen mussten und die seiner Meinung nach weniger Geld haben sollten.
In Deutschland wird viel zu viel genörgelt, findet ein dritter Passant. Den Menschen hier gehe es so gut und trotzdem würden viele so viel meckern, kritisiert er. Und eine Frau, die erst lange überlegen musste, ärgert sich darüber, wie Bundestagspräsidentin Julia Klöckner in der Debatte um die Regenbogenflagge über queere Menschen spricht. Das habe sie sehr entsetzt.
In Deutschland wird viel zu viel genörgelt.
Der überwiegende Teil der Menschen am Schifferstädter Schillerplatz verfolgt trotz der oft bedrückenden Nachrichten das Weltgeschehen weiter. Viele tun das online oder im Radio. "Ich höre immer SWR3", sagt zum Beispiel Karlheinz Klapper. Eine Seniorin verfolgt die Nachrichten in der Fernsehsendung SWR Aktuell.
Mit dem multimedialen Angebot des SWR sind die meisten unserer Gesprächspartnerinnen und -partner zufrieden. Einige haben aber Kritik an der neuen Musikausrichtung von SWR4 geübt. "Ich höre das aber trotzdem weiter", sagt eine ältere Dame, die sich gerade einen Eisbecher kauft. "Die regionalen Informationen bekomme ich da einfach am besten."
SWR Aktuell vor Ort ist ein Gesprächsangebot an Sie
Unsere Reporterinnen und Reporter standen am Mittwoch in Schifferstadt für genau solches Feedback der Hörerinnen und Hörer, Zuschauerinnen und Zuschauer und Leserinnen und Leser zur Verfügung. Außerdem haben die Menschen von der Gelegenheit Gebrauch gemacht, mit uns über das zu sprechen, was sie bewegt.
"Auch, wenn wir viel unterwegs sind in der Pfalz und über viele Themen berichten, möchten wir gern darüber hinaus mit den Menschen direkt ins Gespräch kommen", sagt der Leiter des SWR Studios Ludwigshafen Hartmut Reitz. Auch er stand in Schifferstadt für Fragen zur Verfügung. "Mit unserer Aktion wollen wir einen Schritt auf die Menschen zugehen, für die wir Programm machen."
Wir wollen einen Schritt auf die Menschen zugehen, für die wir Programm machen.
Es war die zweite Runde der Veranstaltungsreihe "SWR Aktuell vor Ort". Schon zum Auftakt in Berg haben viele Menschen den Dialog mit dem SWR gesucht. Wo die nächste Veranstaltung stattfinden soll, ist noch nicht bekannt.