Schon im Jahr 2024 konnte das Stellwerk Ludwigshafen monatelang nur eingeschränkt arbeiten: Sieben Wochen lang fiel deshalb sogar jede zweite S-Bahn aus. Die Deutsche Bahn versprach Besserung. Doch jetzt fehlen schon wieder Fahrdienstleiter.
RE 14 und S 44 fallen aus
Laut Zweckverband entfallen ab dem 5. Mai bis voraussichtlich Oktober fast alle Fahrten der Linie RE 14 zwischen Mainz, Worms und Mannheim und der S 44. Diese S-Bahn fährt über Wörth, Germersheim, Speyer und Ludwigshafen Hbf zum BASF-Werk.
So kommen Fahrgäste ans Ziel
Alternativ sollen Fahrgäste dann auf den Regionalexpress der Linie RE 4 und die S-Bahn S 6 ausweichen.
Auch ICEs und Güterzüge werden umgeleitet
Auch überregional verkehrende Züge, also ICEs und Güterzüge, werden monatelang rechtsrheinisch umgeleitet: Sie fahren zwischen Mannheim und Mainz nicht durch Ludwigshafen, sondern über die Riedbahn oder die Main-Neckar-Bahn, also über Biblis oder Weinheim.
Kritik vom Nahverkehrs-Zweckverband
Der Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd mit Sitz in Kaiserslautern kritisiert, dass die Zusagen der Bahn vom vergangenen Jahr nicht eingehalten worden seien. Damals hatte die für die Stellwerke verantwortliche Bahn-Tochter InfraGO versprochen, genug Fahrdienstleiter einzustellen und auszubilden.
Langfristiges Konzept nötig
Das Vertrauen in die Verlässlichkeit von Zusagen von InfraGO sei dadurch deutlich reduziert, heißt es in einer Mitteilung. Der Zweckverband fordert das Unternehmen auf, ein Konzept vorzulegen, wie das Problem gelöst werden kann. "Notwendig sind nun langfristig wirkende Maßnahmen", so der Nahverkehrszweckverband.
"Die Reduzierung des Angebots über Monate hinweg ist grundsätzlich nicht hinnehmbar." Allerdings müsste auch das Personal im Stellwerk geschützt werden, das mit weniger Mitarbeitern im Einsatz sei.
Stellwerk Ludwigshafen: Schon 2024 Personalmangel
Schon im vergangenen Jahr hatte es wegen fehlender Fahrdienstleiter im Stellwerk Ludwigshafen immer wieder Fahrplan-Einschränkungen gegeben. Von Ende Mai bis Mitte Juli 2024 war sogar jede zweite S-Bahn ausgefallen. Das hatte Auswirkungen bis nach Neustadt, Speyer, Germersheim, Mannheim und Heidelberg.
Verband: Kunden zurückgewinnen
Der Verband fordert nachdrücklich mehr Verlässlichkeit von der Deutschen Bahn. Jetzt sei es vor allem wichtig, Kunden und Kundinnen "wieder für die Schiene zurückzugewinnen, die angesichts der ständigen Ausfälle dem öffentlichen Nahverkehr den Rücken zugewandt haben", fordert der Nahverkehrsverband.