In dieser Woche hat die IG Metall weiter mit Mann+Hummel verhandelt. Der Filterhersteller will seinen Standort in Speyer bis Ende 2028 schließen - und hält daran wohl fest.
Standort von Mann+Hummel hat wohl keine Zukunft
Vor der Verhandlung hatte die IG Metall zu einer Demonstration aufgerufen. Denn: Die Beschäftigten sind wütend. Das sagt der Gewerkschaftssekretär Wladislaw Wolter im Gespräch mit dem SWR. Man habe das Gefühl, dass Mann+Hummel nicht daran interessiert sei, über eine Zukunft des Standorts zu verhandeln. "Es geht nur noch darum, wie der Standort geschlossen werden soll. Und nicht ob."
Die IG Metall spricht derzeit mit Mann+Hummel über einen Interessenausgleich - also die Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und dem Betriebsrat über die Zukunft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von der geplanten Standortschließung sind rund 600 Menschen betroffen.
Mitte September hatte die Gewerkschaft dem Ludwigsburger Unternehmen ein alternatives Konzept vorgelegt, um den Standort zu sichern. Diesem hatte Mann+Hummel nicht zugestimmt. Die Produktion aus Speyer soll weiter ins Ausland verlagert werden.
600 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden Mann+Hummel in Speyer: Betriebsrat legt alternatives Konzept zur Standortsicherung vor
Wie geht es weiter bei Mann+Hummel? IG Metall und Betriebsrat haben ein alternatives Konzept zur Standortsicherung vorgestellt. Jetzt warten alle auf eine Reaktion der Konzernspitze.
Verhandlungen zwischen Mann+Hummel und IG Metall laufen noch
Den Beschäftigten bleibe jetzt nur noch der tarifpolitische Druck, so Wolter. In der kommenden Woche will die Gewerkschaft mit ihren Mitgliedern darüber abstimmen, ob die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter streiken wollen. Am 6. Oktober ist der nächste Verhandlungstag. Auch hier will die IG Metall weiter demonstrieren.
Mann+Hummel will sich auf SWR-Anfrage nicht zu den laufenden Verhandlungen äußern. Die Details seien vertraulich. Als Grund für die Standortschließung hatte der Konzern das schwache Wirtschaftswachstum in Europa sowie gestiegene Energie- und Arbeitskosten genannt. Zudem erhöhten Zölle und geopolitische Unsicherheiten die Kosten entlang der Lieferketten.