Neben Riesling, Spätburgunder und Co. stehen inzwischen auch ganz andere Getränke in den Regalen – oder werden gerade von den Winzern und Winzerinnen ausgetüftelt. Mit und ohne Alkohol. Wir stellen drei Ansätze vor:
Experimente mit Wermut in der Küche
Seit Januar steht Winzer Felix Waldkirch in seiner Küche in Rhodt unter Rietburg (Kreis Südliche Weinstraße). Er experimentiert. Sein Ziel: Wermut herstellen. Ein Kräuterwein, den man in Südeuropa gerne als Aperitif trinkt. Dafür erhöht Waldkirch den Alkoholgehalt in seinem Wein. Dann versetzt er ihn mit Kräutergewürzen und aromatisiert ihn, zum Beispiel mit Chinarinde, Enzian oder Orangenschalen.
Der Winzer sagt: "Ich mache 0,4-Liter-Ansätze, die müssen ein paar Tage ziehen und stehen, bis sich das Aroma eingependelt hat." Waldkirch hat viel probiert, mittlerweile hat er zwei Rezepte, die er bald in größerer Menge herstellen will. "Dann kommt die nächste Herausforderung, der Vertrieb", sagt Waldkirch. Wie alle Winzer verkauft auch er weniger Wein und sucht nach neuen Einnahmequellen.
Erfolgreich mit Proxys
Die ersten Experimente in der Küche hat Sven Leiner aus Ilbesheim (Kreis Südliche Weinstraße) hinter sich. Seine alkoholfreien Getränke sind schon auf dem Markt. Sie werden unter anderem fermentiert und aus Trauben, Kräutern und anderen Zutaten wie weißer oder roter Bete hergestellt. Leiner will Getränke mit vielen Aromen herstellen: "Wir wollen keinen Wein kopieren, aber die Funktion von Wein nachahmen."
Das Getränkekonzept hat laut dem Winzer Erfolg: "Es läuft unheimlich gut". Bliebe es dabei, könnten die Proxys zu einem ernsthaften Standbein seines Betriebs werden. Und so gegen die aktuelle Absatzkrise helfen.
Winzer: Energy Drink mit Wein
Auch die Winzergenossenschaft "Deutsches Weintor" in Ilbesheim sucht nach Wegen aus der Krise. Unter anderem gibt es dort seit Frühling einen Energy Drink mit Wein zu kaufen. Das Produkt in der Dose richte sich an "junge, experimentierfreudige Erwachsene", schreibt Geschäftsführer Frank Jentzer. Solche, die mit klassischen Weinen bislang "wenig Berührungspunkte" haben. Mit dem Energy Drink will sich die Winzergenossenschaft breiter aufstellen.