Der Andrang bei den Tiertafeln in der Pfalz wird immer größer. In Landau hatte Nicole Messemer, die die Tafel des Tierheims organisiert, vor vier Jahren rund 20 Kunden. Derzeit sind es über 70. Deshalb werden immer mehr Futterspenden benötigt.
"Ohne die Tiertafel käme ich nicht über die Runden"
Sigrid Grewe ist seit drei Jahren arbeitslos. Seitdem ist sie Kundin der Landauer Tiertafel und holt sich dort einmal im Monat Futter für ihre zwei Hunde. "Es ist sehr gut, dass es die Tafel gibt. Ohne das Futter von der Tafel käme ich nicht über die Runden." Ein ehemaliger LKW-Fahrer, der seit einigen Jahren berufsunfähig ist und ebenfalls zwei Hunde besitzt sagt: "Ohne die Unterstützung der Tafel müsste ich meine Tiere ins Tierheim geben."
Auch eine Frau, die drei alte Katzen und zwei Hunde besitzt, lobt das Angebot der Tiertafel. "Ich würde meine Tiere niemals hergeben. Eher würde ich nix essen", sagt sie. "Man kann seine Tiere nicht hergeben. Das macht man einfach nicht. Die sind wie Kinder."
Ich würde meine Tiere niemals hergeben. Eher würde ich nix essen.
Futter gibt´s auch für Chinchillas, Hasen und einen Papagei
Der große Andrang in der Tafel des Landauer Tierheims führt dazu, dass an jedem Ausgabetag das Futter knapp wird. Neben Hunden und Katzen werden auch ein Papagei, zwei Chinchillas sowie Sittiche und Hasen unterstützt. Nicole Messemer fände es deshalb gut, wenn der Staat den Tiertafeln finanzielle Zuschüsse geben würde.
Einnahmen aus der Hundesteuer für die Tafeln?
Der berufsunfähig gewordene LKW-Fahrer macht dazu einen interessanten Vorschlag: "Warum nimmt man nicht einen Teil der Hundesteuer und lässt die Summe den Tierheimen und Tiertafeln zukommen?"
Alle Tiertafeln in der Region bitten um Futter- oder Geldspenden. Einige Tafeln haben in Supermärkten Sammelboxen aufgestellt, in die man Futterdosen oder -packungen einwerfen kann.