Mit dem Wächter des Trinkwassers im Wasserwerk

Lange trockene Sommer: Wie steht es um die Wasserversorung in Ludwigshafen?

Lange trockene Sommer mit immer weniger Regen. Was das für die Trinkwassersorgung in Ludwigshafen heißt, zeigt ein Blick in ihr Herz, dem Wasserwerk.

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Von Autor/in Anna Flörchinger

Im Wasserwerk der Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) laufen die Pumpen und Filteranlagen aktuell auf Hochtouren. Denn aufgrund der heißen und trockenen Tage ist der Bedarf nach Frischwasser enorm. Dennoch: Bisher musste die TWL noch nie an die heiligen Wasserreserven dran, sagt der Leiter des Technischen Wasserwerks Ludwigshafen, Rainer Barchet. Seit 1998 hat er im Werk auf der Parkinsel das Sagen. Manchmal verlässt er an heißen Tagen bewusst sein stickiges Büro und stellt sich neben die blauen Filteranlagen, erzählt Barchet. Da sei es zwar so laut, dass er sein eigenes Wort kaum verstehe, aber wenigstens sei es dort kühl.

Wasserverbrauch in Ludwigshafen: Peak zwischen 20 und 21 Uhr

Zwei große Gebäude stehen auf dem TWL-Werk der Parkinsel. Links die Filteranlagen, rechts die Wasserpumpen. Im Keller von letzterem zeigt Barchet stolz auf den Wasserzähler. An einem heißen Vormittag in Ludwigshafen mit fast vierzig Grad fließen 1.240.000 Kubikmeter Wasser pro Stunde durch die Pumpen. "Das ist circa die Hälfte des Bedarfs von Ludwigshafen", sagt Barchet. Parallel gibt es in der Stadt ein zweites Wasserwerk, das die gleiche Menge fördert.

Abends, so um 20 oder 21 Uhr, geht der Wasserbedarf extrem nach oben. Da wird der Garten gegossen, Menschen duschen, manche vielleicht auch zweimal am Tag.

Im Wasserwerk kalkulieren sie mit dem höchsten Wasserbedarf in den Abendstunden, wenn alle wieder zu Hause sind, um sich um Garten und die eigene Abkühlung zu kümmern: "Abends, so um 20 oder 21 Uhr, geht der Wasserbedarf extrem nach oben. Da wird der Garten gegossen, Menschen duschen, manche duschen vielleicht auch zweimal am Tag."

Wächter über das Trinkwasser rät: Wo Wassersparen

Beim Garten gießen könnten Menschen dann auch richtig Wasser sparen, sagt Wasserwerker Barchet. Zisternen oder ein Regenwassersammelfass sind die Lösung – wer seinen Garten so bewässert, spare wertvolles Grundwasser und noch dazu Geld. Bei der Körperhygiene muss niemand sparen, sagt Barchet augenzwinkernd. Auf die verzichte er selbst im Hochsommer nie.

Historische Wasserpumpen von 1935 im Wasserwerk Ludwigshafen
Die historischen Wasserpumpen von 1935. Bild in Detailansicht öffnen
Gebäude des Wasserpumpenwerks auf dem TWL Wasserwerk der Parkinsel
In diesem Gebäude befinden sich die Wasserpumpen. Bild in Detailansicht öffnen
Treppe führt in den Keller zu den Wasserpumpen im Wasserwerk
Die Treppe führt zu den Wasserpumpen. Bild in Detailansicht öffnen
Filteranlage im Wasserwerk Ludwigshafen
Die Filteranlagen im Wasserwerk auf der Parkinsel reinigen das Wasser. Bild in Detailansicht öffnen

Trockene Sommer heißt neue Brunnen für Ludwigshafen

Also – kein Grund zur Sorge, auch wenn die Sommer immer heißer werden? "Die Sommer werden nicht heißer, sondern trockener. Wir bekommen längere Trockenperioden", so Barchet. Es sei der Niederschlag, der fehlt. Für das Wasserwerk heißt das, dass sie in Zukunft höhere Spitzenbedarfe decken müssen. "Es werden neue Brunnen errichtet, die dann bei Bedarf zugeschaltet werden können."

Trinkwasserchef Barchet: Die Versorgung ist sicher

Wir haben aktuell ausreichend Wasser zur Verfügung, um die Versorgung sicherzustellen.

Die Tour durch das Wasserwerk endet bei den historischen Pumpen von 1935. Seit damals ist die Wasserversorgung immer sicher gewesen, es müsse sich keiner Sorgen machen: "Wir haben aktuell ausreichend Wasser zur Verfügung, um die Versorgung sicherzustellen." Und: "Es müssen schon extreme Störungen in den Anlagen passieren, damit die Wasserversorgung unterbrochen wird."

Die TWL bereite sich aber auch auf die Zukunft vor - die Trockenheit und den Klimawandel. "Wir sind auf einem guten Weg", sagt Barchet. Und so naht auch seine persönliche Abkühlung: Es ist die Dusche am Abend.

RLP/BW

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