Nach drei Minuten ist die Übung auch schon wieder vorbei. Zwei Minuten haben Teresa Franzen und Matthias Hübner gebraucht, um in die roten Schutzanzüge zu schlüpfen. Nach einer Minute hatten sie die Gasleitung abgedichtet. Denn solche Einsätze können in der BASF vorkommen und dafür brauchen sie auch die großen Anzüge. Die würden sie im Notfall vor ausgetretenen Chemikalien schützen.
Franzen, 33, und Hübner, 27, sind seit April Azubis bei der BASF-Werkfeuerwehr. Zwei Jahre geht die Ausbildung: In den ersten sechs Monaten lernen die Azubis die Grundlagen, danach sind sie 18 Monate im "Wachpraktikum". Heißt: 24-Stunden-Schichtbetrieb. Nach der Ausbildung müssen die Azubis Prüfungen bestehen, dann kann es losgehen. Die meisten kommen zur Werkfeuerwehr der BASF oder arbeiten als Feuerwehrkräfte bei BASF-Holdings.
Einsatzleiter: "Wir haben keine Probleme, Nachwuchskräfte zu finden"
Jörg Ehresmann ist Leiter der Ausbildung bei der BASF-Werkfeuerwehr. Er kümmert sich um die 30 Azubis, die in diesem April angefangen haben. Die Ausbildung sei beliebt, sagt er: "Wir haben keine Probleme, Nachwuchskräfte zu finden."
Deswegen gibt es mehrere Auswahlverfahren im Jahr. Wer zur Werkfeuerwehr möchte, muss vorher Tests absolvieren, Gespräche führen, sich beweisen.
Die Grundvoraussetzung, um hier anzufangen, ist eine abgeschlossene Berufsausbildung.
Und: Ohne Ausbildung kann man sich nicht auf einen der Plätze bewerben, erklärt Ehresmann. Die meisten, die sich hier bewerben, habe eine Ausbildung oder Studium im technischen Bereich. Es sei aber auch der Quereinstieg aus der IT möglich. Auch die Bezahlung ist gut, denn die erfolgt nach dem Chemie-Tarifvertrag.
Aber: Warum nochmal eine Ausbildung?
Warum haben Teresa Franzen und Matthias Hübner sich zu einer weiteren Ausbildung entschlossen? Franzen hat Verfahrenstechnik studiert und ist seit 2018 als Ingenieurin bei der BASF. Dann bewarb sie sich aber bei der Werkfeuerwehr, sagt sie. Ihr Ziel: "Durch die Ausbildung kann ich den Quereinstieg zur Zugführerin machen." Heißt übersetzt: Danach kann sie kleine Einsätze leiten. Und dadurch auch mal das Büro verlassen.
Ich kann mein Hobby zum Beruf machen.
Matthias Hübner ist erst seit Beginn der Ausbildung im April bei der BASF. Davor hatte er Industriemechaniker gelernt. Aber: bei der Feuerwehr ist er seit seiner Kindheit. Er will anderen Menschen helfen, ist fasziniert von der Technik, und: "Ich kann mein Hobby zum Beruf machen", sagt Hübner. Zudem sei die Werkfeuerwehr in einem Chemieunternehmen anders als die freiwillige Feuerwehr. Denn hier lernen sie speziell den Umgang mit Gefahrensituationen in einem Chemieunternehmen. Und dazu gehört vor allem Abdichten, auch von Gasleitungen.