Ganz Deutschland spricht über den 15-Jährigen. In den Sozialen Medien wird er für seine Fahrkünste gefeiert. Immerhin sei er 130 Kilometer bis nach Karlsruhe gefahren, ohne einen Unfall zu verursachen.
Mainzer Staatsanwaltschaft ermittelt 15-Jähriger aus Mainz klaut Linienbus und fährt nach Karlsruhe
Ein Jugendlicher hat in Mainz-Kastel laut Polizei einen Linienbus gestohlen, um seine Freundin zur Schule zu bringen. Er fuhr damit über 100 Kilometer bis nach Karlsruhe.
Viele bewundern ihn und sprechen auch noch von einem besonderen Liebesbeweis für seine Freundin. Der bestohlene Busunternehmer sieht das völlig anders.
Busunternehmer versteht Lob für 15-Jährigen nicht
"Wir finden das eine sehr ernste Angelegenheit", sagt Jörg Martini. Er ist der Geschäftsführer der Nassauischen Verkehrs-Gesellschaft (NVG). Von seinem Betriebshof in Mainz-Kastel ist am Freitagmorgen der Bus verschwunden.
"Wir haben den Bus geortet und gesehen, dass er in Karlsruhe ist", so der Geschäftsführer. Zwei Mitarbeiter sind dann nach Karlsruhe gefahren, um den Bus zurückzuholen. Den Jungen hätten sie nicht mehr angetroffen. Der Bus sei unbeschädigt.
Woher hatte 15-Jähriger den Schlüssel?
Wie der 15-Jährige an den Schlüssel gekommen ist, weiß Jörg Martini nicht. "Wir sind gespannt auf die Ermittlungsergebnisse", sagt er.
Die Mainzer Polizei wird wahrscheinlich die Ermittlungen übernehmen, weil der Junge aus Mainz kommt.
Für Busunternehmer ist die Aktion Diebstahl
Die NVG hat inzwischen viele Zuschriften erhalten, berichtet Martini. Das Unternehmen solle dem Fahrtalent doch eine Chance geben. Der Geschäftsführer der NVG kann darüber nur den Kopf schütteln. "Der Jugendliche hat einen Diebstahl begangen und sei ohne Führerschein gefahren", gibt er zu bedenken.
ESWE verurteilt Bus-Klau
Auch die Wiesbadener Verkehrsgesellschaft ESWE kann in der Aktion des 15-Jährigen nichts Positives sehen. Im Auftrag der ESWE sind die NVG-Busse in Wiesbaden unterwegs. Die illegale Entwendung eines Fahrzeugs aus einem Firmen-Fuhrpark sei kein Streich, sondern eine Straftat, sagt ESWE-Sprecher Jürgen Hüpohl.
"Egal, welche Absicht damit verfolgt wird, ich kann bei einer solch gefährlichen Aktion keinen Spaßfaktor erkennen", so Hüpohl. "Ich mag mir lieber nicht vorstellen, was dabei alles hätte passieren können."