80 Jahre nach der Wiedereröffnung

Aus Trümmern entstanden: Highlights der Uni Mainz

Die Mainzer Universität feiert den 80. Jahrestag ihrer Wiedereröffnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein Rückblick auf Erfolge, hohen Besuch und ein besonderes Jahr.

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Von Autor/in Andreas Neubrech

Als die Johannes Gutenberg-Universität Mainz am 22. Mai 1946 - gut 120 Jahre nach ihrer Schließung durch die französischen Besatzer - wiedereröffnet wurde, lag Mainz noch in Trümmern. Viele Gebäude der Stadt waren im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, Wohnraum fehlte, Baumaterial war knapp.

Und trotzdem entstand mitten in dieser schwierigen Zeit eine neue Universität – auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne an der Saarstraße. Im Gründungssemester waren etwa 2.000 Studierende eingeschrieben. Heute, 80 Jahre später, zählt die Universität mit mehr als 30.000 Studierenden zu den größten Hochschulen Deutschlands.

Luftaufnahme vom Campus der Johannes-Gutenberg-Universität von 1946...
Luftaufnahme vom Campus der Johannes-Gutenberg-Universität von 1946... Philipp Münch / JGU Bild in Detailansicht öffnen
Luftaufnahme vom Campus der Johannes-Gutenberg-Universität
...und 60 Jahre später. picture-alliance / Alfons Rath | Alfons Rath Bild in Detailansicht öffnen
Der Eingang der Mainzer Universität im Jahr 1946...
Der Eingang der Mainzer Universität im Jahr 1946... Philipp Münch / JGU Bild in Detailansicht öffnen
Der Eingang der JGU heute
...und der Eingang der JGU heute. Alexander Sell/JGU Bild in Detailansicht öffnen
Das pharmazeutische Labor im Jahr 1948...
Das pharmazeutische Labor im Jahr 1948... Hanns Tschira/JGU Bild in Detailansicht öffnen
...und das pharmazeutische Labor der JGU heute.
...und das pharmazeutische Labor der JGU heute. Alexander Sell / JGU Bild in Detailansicht öffnen
Studieren in der Bibliothek sah 1948 in der JGU noch so aus...
Studieren in der Bibliothek sah 1948 in der JGU noch so aus... Hanns Tschira / JGU Bild in Detailansicht öffnen
...und so sieht die "Bib" heute aus.
...und so sieht die "Bib" heute aus. Thomas Hartmann / JGU Bild in Detailansicht öffnen
Studierende vor der "Alten Mensa" im Jahr 1948...
Studierende vor der "Alten Mensa" im Jahr 1948... Hanns Tschira / JGU Bild in Detailansicht öffnen
...heute sitzen Studierende vor der Alten Mensa in einem Biergarten.
...heute sitzen Studierende vor der Alten Mensa in einem Biergarten. Alexander Sell / JGU Bild in Detailansicht öffnen
Wenn Studierende im Jahr 1946 Hunger hatten, war das "the place to be"...
Wenn Studierende im Jahr 1946 Hunger hatten, war das "the place to be"... Philipp Münch / JGU Bild in Detailansicht öffnen
...heute sieht die Zentralmensa der Johannes Gutenberg-Universität so aus.
...heute sieht die Zentralmensa der Johannes Gutenberg-Universität so aus. Alexander Sell / JGU Bild in Detailansicht öffnen
Im Jahr 1977 wurde das 500. Gründungsjubiläum der Uni Mainz gefeiert. Mit dabei unter anderem (v.l.): französischer Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing, Universitätspräsident Prof. Peter Schneider und Bundeskanzler Helmut Schmidt.
Im Jahr 1977 wurde das 500. Gründungsjubiläum der Uni Mainz gefeiert. Mit dabei unter anderem (v.l.): französischer Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing, Universitätspräsident Prof. Peter Schneider und Bundeskanzler Helmut Schmidt. Reiner Wierick / JGU Bild in Detailansicht öffnen
Vor zehn Jahren hat die Johannes Gutenberg-Universität ihr 70-jähriges Bestehen nach dem Wiederaufbau gefeiert: Universitätspräsident Prof. Georg Krausch und Mitglieder des UniOrchester Mainz beim Festakt in der Rheingoldhalle Mainz.
Vor zehn Jahren hat die Johannes Gutenberg-Universität ihr 70-jähriges Bestehen nach dem Wiederaufbau gefeiert: Universitätspräsident Prof. Georg Krausch und Mitglieder des UniOrchester Mainz beim Festakt in der Rheingoldhalle Mainz. Peter Pulkowski/JGU Bild in Detailansicht öffnen

Michail Gorbatschows Besuch an Mainzer Uni

Allein diese Zahlen zeigen: In 80 Jahren ist viel passiert. Ein Blick zurück auf einige Highlights dieser Zeit.

Ein besonderer Moment war der Besuch des früheren sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow im Mai 2002. Im Rahmen der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur sprach Gorbatschow vor rund 3.000 Menschen auf dem Campus über internationale Politik, Frieden und die Zukunft Europas.

Gemeinsam mit dem ehemaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher diskutierte er über die Folgen des Kalten Krieges und die Rolle Europas in einer sich verändernden Weltordnung.

Mainz wurde Stadt der Wissenschaft

Ein weiterer Höhepunkt war das Jahr 2011, als Mainz den Titel "Stadt der Wissenschaft" erhielt. Die Johannes Gutenberg-Universität spielte dabei eine zentrale Rolle.

Sie brachte mit vielen der mehr als 1.000 Veranstaltungen Wissenschaft in die Öffentlichkeit – von Vorträgen über Mitmachaktionen bis zu Ausstellungen. Das Wissenschaftsjahr stärkte Mainz als Hochschul- und Forschungsstandort.

Nobelpreise für Mainzer Forscher

Die Universität machte aber nicht nur Wissenschaft sichtbar, sondern war im Laufe ihrer Geschichte auch mit international bekannten Forschenden verbunden. Dazu zählt der Mediziner Werner Forßmann, der 1956 gemeinsam mit André Frédéric Cournand und Dickinson W. Richards den Nobelpreis für Medizin erhielt. Die drei Wissenschaftler wurden für ihre Forschungen zur Herzkatheterisierung ausgezeichnet.

1995 ging der Nobelpreis für Chemie nach Mainz. Paul Crutzen vom Max-Planck-Institut für Chemie erhielt ihn – gemeinsam mit anderen Forschenden – für seine Arbeiten über die Bildung und den Abbau von Ozon.

Großes Jubiläum im kommenden Jahr

Die 80-Jahr-Feier, die die Johannes Gutenberg-Universität begeht, ist allerdings nur eine kleine Generalprobe. Im kommenden Jahr stehen ein großer Festakt und mehrere Jubiläumsveranstaltungen auf dem Plan – dann heißt es "550 Jahre Gründung der Uni Mainz".

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