Als die Johannes Gutenberg-Universität Mainz am 22. Mai 1946 - gut 120 Jahre nach ihrer Schließung durch die französischen Besatzer - wiedereröffnet wurde, lag Mainz noch in Trümmern. Viele Gebäude der Stadt waren im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, Wohnraum fehlte, Baumaterial war knapp.
Und trotzdem entstand mitten in dieser schwierigen Zeit eine neue Universität – auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne an der Saarstraße. Im Gründungssemester waren etwa 2.000 Studierende eingeschrieben. Heute, 80 Jahre später, zählt die Universität mit mehr als 30.000 Studierenden zu den größten Hochschulen Deutschlands.
Michail Gorbatschows Besuch an Mainzer Uni
Allein diese Zahlen zeigen: In 80 Jahren ist viel passiert. Ein Blick zurück auf einige Highlights dieser Zeit.
Ein besonderer Moment war der Besuch des früheren sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow im Mai 2002. Im Rahmen der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur sprach Gorbatschow vor rund 3.000 Menschen auf dem Campus über internationale Politik, Frieden und die Zukunft Europas.
Gemeinsam mit dem ehemaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher diskutierte er über die Folgen des Kalten Krieges und die Rolle Europas in einer sich verändernden Weltordnung.
Mainz wurde Stadt der Wissenschaft
Ein weiterer Höhepunkt war das Jahr 2011, als Mainz den Titel "Stadt der Wissenschaft" erhielt. Die Johannes Gutenberg-Universität spielte dabei eine zentrale Rolle.
Sie brachte mit vielen der mehr als 1.000 Veranstaltungen Wissenschaft in die Öffentlichkeit – von Vorträgen über Mitmachaktionen bis zu Ausstellungen. Das Wissenschaftsjahr stärkte Mainz als Hochschul- und Forschungsstandort.
Nobelpreise für Mainzer Forscher
Die Universität machte aber nicht nur Wissenschaft sichtbar, sondern war im Laufe ihrer Geschichte auch mit international bekannten Forschenden verbunden. Dazu zählt der Mediziner Werner Forßmann, der 1956 gemeinsam mit André Frédéric Cournand und Dickinson W. Richards den Nobelpreis für Medizin erhielt. Die drei Wissenschaftler wurden für ihre Forschungen zur Herzkatheterisierung ausgezeichnet.
1995 ging der Nobelpreis für Chemie nach Mainz. Paul Crutzen vom Max-Planck-Institut für Chemie erhielt ihn – gemeinsam mit anderen Forschenden – für seine Arbeiten über die Bildung und den Abbau von Ozon.
Großes Jubiläum im kommenden Jahr
Die 80-Jahr-Feier, die die Johannes Gutenberg-Universität begeht, ist allerdings nur eine kleine Generalprobe. Im kommenden Jahr stehen ein großer Festakt und mehrere Jubiläumsveranstaltungen auf dem Plan – dann heißt es "550 Jahre Gründung der Uni Mainz".