"Da muss es eine andere Lösung geben"

A643: Immer mehr Kritik an der Sperrung Abfahrt Mainz-Mombach

Die gesperrte Abfahrt Mainz-Mombach auf der A643 der Schiersteiner Brücke sorgt seit zwei Monaten nicht nur für Staus und Ärger, sondern auch für Kosten. Der Widerstand gegen das Vorgehen der Autobahn GmbH wächst.

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Von Autor/in Christiane Spohn

Felix Koch hat sich gefreut. Er ist nach Mainz-Mombach gezogen, um einen kurzen Weg zu seinem Arbeitgeber nach Wiesbaden-Schierstein zu haben.

"Der kurze Arbeitsweg ist jetzt vorbei", sagt er im Gespräch mit dem SWR, "und die Freude auch." Grund ist die Sperrung der Abfahrt Mainz-Mombach der A643 herunter von der Schiersteiner Brücke.

Felix Koch kritisiert die Autobahn GmbH.
Felix Koch aus Mainz-Mombach versteht nicht, warum die Abfahrt Mombach von der A643 gesperrt worden ist. Felix Koch

Staus und Stress seit Sperrung der Abfahrt Mainz-Mombach

Die Autobahn GmbH hatte die Abfahrt am 8. Oktober dicht gemacht, weil Lkw-Fahrer mit Transportern über 3,5 Tonnen sich nicht an das Durchfahrverbot gehalten hatten.

"Wenn ich nach Hause nach Mombach fahren will, brauche ich jetzt statt zehn Minuten eine halbe Stunde, weil ich im Stau stehe", beschwert sich Felix Koch.

Er muss wie alle Verkehrsteilnehmer die nächste Ausfahrt nehmen. Das ist die Ausfahrt Mainz-Gonsenheim. "Dort staut es sich sofort nach der Abfahrt bis nach Mombach rein", erklärt er. Das nerve und stresse.

Die Skizize zeigt, welche Rampe an der Anschlussstelle Mainz-Mombach voll gesperrt ist.
Die Autobahn GmbH hat am 8. Oktober 2025 die Abfahrt Mainz-Mombach voll gesperrt. Autobahn GmbH

Kein Verständnis für Sperrung

"Ich verstehe nicht, warum nicht wenigstens die Autofahrer die Abfahrt Mombach nehmen dürfen", schüttelt Felix Koch den Kopf. "Man hätte doch Höhenbegrenzungen oder Kontrollen für Lkw-Fahrer an der Abfahrt einrichten können", beschwert sich der Mombacher. "Da muss es doch eine andere Lösung geben."

Die Autobahn GmbH hat mich einfach abgebügelt, anstatt mit mir vernünftig zu reden.

Felix Koch hat deshalb die Autobahn GmbH angerufen. Er wollte konstruktive Vorschläge machen. "Die haben mir nur gesagt, das ist so beschlossen und punkt", erzählt er. "Ich zahle Steuern, sie sind Dienstleister, sie hätten wenigstens mit mir reden können", sagt Felix Koch.

Auf ihrer Internetseite schreibt die Autobahn GmbH, dass sie Höhenbeschränkungen geprüft habe, die seien aber für diese Stelle zu gefährlich. Deshalb bleibe nur die Sperrung.

Autobahnpolizei Heidesheim: Kritik an Sperrung der Abfahrt

Für die Autobahnpolizei Heidesheim ist jedenfalls noch nicht das letzte Wort in Sachen Autobahnabfahrt Mainz-Mombach gesprochen. "Jeden Morgen gibt es an der Stelle enorme Verkehrsprobleme", erklärt ein Polizist. Das sei kein Wunder, denn die Autos könnten jetzt nicht mehr von der A643 abfahren. Mehr Pkw auf der Schiersteiner Brücke würden dann zwangsläufig zu kilometerlangen Staus führen.

"Unser Chef will unbedingt mit der Autobahn GmbH reden, denn dieser Zustand kann nicht bleiben," sagt der Mitarbeiter der Autobahnpolizei Heidesheim.

IHK Rheinhessen: Statt Sperrung, Zeit-Slots einführen

Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rheinhessen hat Redebedarf mit der Autobahn GmbH. Die Transporter müssten Umwege fahren, um ins Industriegebiete Mombach zu kommen und stünden im Stau. Das koste Zeit und Geld. Die Sperrung der Abfahrt könne die IHK so nicht hinnehmen.

Wir wollen über Alternativen zur Sperrung reden, denn wir können das so nicht akzeptieren.

Die IHK Rheinhessen will mit der Autobahn GmbH über Alternativen zur Sperrung reden. "Wir könnten uns Zeit-Slots vorstellen, in denen die Lkw über die Abfahrtsrampe fahren dürfen", erklärt Melanie Dietz, Sprecherin der IHK.

"Vor allem aber wollen unsere Unternehmen wissen, wie der Ausbau der A643 weitergeht, zu der die maroden Rampen gehören", betont Melanie Dietz. Die IHK Rheinhessen habe schon nach einem Termin bei der Autobahn GmbH gefragt. "Das wird zwar dauern, aber wir werden mit denen reden", so die IHK-Sprecherin.

Blick aus dem Fenster schont Nerven

Felix Koch hat in der Zwischenzeit seine persönliche Lösung gefunden: "Ich kann von meinem Bürofenster die Schiersteiner Brücke sehen," erzählt er, "ich fahre erst los, wenn es sich nicht mehr auf der Brücke staut, das schont meine Nerven."

Mainz

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Autor/in
Christiane Spohn
Christiane Spohn ist Reporterin im SWR Studio Mainz

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