Wie lange genau kann momentan noch niemand definitiv sagen. Die zuständige Behörde, die Autobahn GmbH, schreibt zumindest auf ihrer Online-Seite, dass die Abfahrt erst wieder geöffnet wird, wenn der geplante Ersatzbau für die Abfahrt fertig ist. Und das wird vermutlich noch einige Jahre dauern.
Die Abfahrt war Anfang Oktober gesperrt worden. Bereits Wochen davor warnte die Autobahn GmbH, dass es zu einer kompletten Sperrung der Abfahrtsrampe der A643 nach Mainz-Mombach kommen würde. Denn seit April gilt auf mehreren Auf- und Abfahrten ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen.
Da sich aber einige Lkw-Fahrer nicht daran hielten und mit ihren schweren Lastern trotzdem in Mombach rausfuhren, machte die Autobahn GmbH Anfang Oktober kurzen Prozess und sperrte die Abfahrt für alle. Geh- und Fahrradwege sind von der Sperrung nicht betroffen.
Umleitung führt über Mainz-Gonsenheim
Die Folgen bekommen seitdem alle zu spüren. Verkehrsteilnehmer, die von Wiesbaden aus nach Mainz-Mombach wollen, müssen zwei Kilometer weiter fahren. Dort können sie dann an der Abfahrt in Mainz-Gonsenheim drehen und wieder zurück nach Mainz-Mombach fahren. Diese Abfahrt dürfen dann auch Lastwagen nutzen.
Kritik von Polizei und IHK an Sperrung
Und genau da sieht zum Beispiel die Mainzer Polizei ein Problem. Dadurch gebe es natürlich mehr Verkehr auf der Gegenseite, so ein Polizeisprecher. Und auch diejenigen, die in Gonsenheim rausfahren, sorgen für Behinderungen in dem Mainzer Stadtteil.
Für die Industrie- und Handelskammer Rheinhessen stellt die Sperrung der Mombacher Abfahrt eine starke Belastung, vor allem für Transportunternehmen, dar. "Der Umweg kostet Zeit, verursacht Mehrkilometer und erschwert die ohnehin komplexe Tourenplanung", heißt es.
Viele Unternehmen haben sich laut IHK schon beschwert, dass sie Kunden verloren hätten. Land und Bund müssten deshalb möglichst schnell die vollständige Nutzung der Brücke und ihrer Abfahrten sicherstellen.
Auch Mombacher Ortsvorsteher ist skeptisch
Auch der Mombacher Ortsvorsteher Christian Kanka (SPD) sieht die Umleitung kritisch. "Durch die Sperrung der Abfahrt, über die man quasi direkt in die Mainzer Innenstadt kommt, wird der Verkehr jetzt durch den Stadtteil Mombach geleitet. Und das vor allem über die Kreuzstraße", so Kanka. Die sei aber sowieso schon sehr stark befahren und werde auch von Schul- und Kitakindern genutzt. Alles in allem sei das eine enorme Mehrbelastung für alle Mombacher.
Verkehrsexperte: Lkw-Fahrer riskieren Bußgelder
Der Verkehrsexperte Michael Schreckenberg sieht die Schuld für die Situation bei einigen wenigen. Im SWR sagte er, es sei schwierig gewesen, die Lkw-Fahrer vom Abfahren abzuhalten. Die Fahrer waren bereit, ein Bußgeld zu riskieren, um die Zeitersparnis mitzunehmen. Sie hätten auch gewusst, dass nicht so viel kontrolliert wurde und die Wahrscheinlichkeit für ein Bußgeld gering gewesen sei. Die Lkw-Fahrer hätten Zeitvorgaben und hohen Druck, so Schreckenberg. Man hätte technische Einrichtungen zur Gewichtsmessung nutzen können. Aber das sei aufwändig und teuer.
Ersatzbau der Rampe geplant
Schon lange ist geplant, dass die marode Rampe komplett neu gebaut wird. Eigentlich sollte die Rampe bis zum Neubau weiter befahren werden - mit einer 3,5-Tonnen Beschränkung. Dieses Vorhaben ist seit Anfang Oktober Geschichte. Jetzt ist klar, dass Pendler und Anwohner sich noch Jahre gedulden müssen.