Gegenüber der Polizei hatte der 53-Jährige behauptet, sein Sohn habe versucht, dessen kleinen Bruder umzubringen. Das war allerdings laut Gericht gelogen. Hintergrund: Der Mann habe seinen Sohn nur schützen wollen. Dieser sei im vergangenen Sommer psychisch krank gewesen. Er habe Angst gehabt, der 23-Jährige könnte sich oder anderen etwas antun.
Vater behauptete, dass Sohn den Bruder gewürgt habe
Weil ihm aber niemand geholfen habe, sei er zur Polizei gegangen. Dort hatte er ausgesagt, dass der Sohn dessen zehn Jahre alten Bruder stark gewürgt habe. Auch andere Familienmitglieder hatten das zunächst bestätigt. Auf Grund der Aussage saß der Sohn zwölf Tage lang in Untersuchungshaft.
Das Amtsgericht verurteilte den Vater wegen falscher Verdächtigung und Freiheitsberaubung in einem minder schweren Fall zu neun Monaten Haft auf Bewährung. Es folgte mit seinem Urteil den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.
Verteidiger und Staatsanwaltschaft zeigen Verständnis für Angeklagten
Der Verteidiger sprach in seinem Plädoyer von einem ungewöhnlichen Fall. Der Angeklagte sei verzweifelt und überfordert gewesen. Es sei aber auch klar, dass er sich mit den falschen Anschuldigungen gegen seinen Sohn strafbar gemacht hat.
Auch die Staatsanwältin zeigte in ihrem Plädoyer Verständnis für die Sorgen des Angeklagten. Er habe gewollt, dass sein Sohn psychiatrisch behandelt werde, habe aber von allen Möglichkeiten die schlechteste gewählt.
Sohn wohnt immer noch bei den Eltern
Nach Angaben des Gericht hat sich die familiäre Situation inzwischen stabilisiert. Der Angeklagte hatte zuvor ausgesagt, dass es seinem Sohn inzwischen besser gehe. Dieser habe eine Pflegeausbildung begonnen und lebe nach wie vor bei seinen Eltern.