Die Frau hatte den Mann Anfang des Jahres im Internet kennengelernt. Wie die Polizei mitteilt, kommunizierte die 50-Jährige danach nur noch über einen Messenger-Dienst mit ihm und begann eine vermeintliche Liebesbeziehung. Tatsächlich getroffen habe sie den Mann nie.
Frau überwies dem vermeintlichen Freund 200.000 Euro
Der Täter behauptete ihr gegenüber, Firmenbesitzer zu sein und auf einer Ölplattform zu arbeiten. Dort sei es immer wieder zu Problemen gekommen, die ihn in finanzielle Schwierigkeiten gebracht hätten. Die Frau glaubte dem Mann und überwies innerhalb eines halben Jahres insgesamt 200.000 Euro auf mehrere von ihm genannte Konten.
Als die Geschichten immer dubioser wurden, wurde die Frau aus Bad Kreuznach misstrauisch und begann, selbst zu recherchieren. Dabei stieß sie im Internet auf mehrere Accounts des Mannes, alle mit seinem Foto, aber unterschiedlichen Namen. Die Frau erstattete Anzeige.
Polizei hat noch keine Spur zum Täter
Die Polizei habe bislang noch nicht herausfinden können, wer der Täter ist. "Möglicherweise sitzt er im Ausland, was die Ermittlungen erschwert", so eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Mainz. Die Polizei warnt vor Betrugsmaschen dieser Art und rät besonders bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen wachsam zu sein.
Erst vor zwei Wochen hatte das Landgericht Wiesbaden einen 46-Jährigen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Er hatte drei Frauen um mehr als 300.000 Euro betrogen. Anders als im aktuellen Bad Kreuznacher Fall hatte er sie aber auch persönlich getroffen.
Opfer um 300.000 Euro betrogen Lange Haft für Betrüger im "Love Scamming"-Prozess in Wiesbaden
Drei Frauen hatten geglaubt, im Internet eine neue Liebe gefunden zu haben. Stattdessen wurden sie Opfer eines Betrügers. Der muss jetzt für siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis.