Am frühen Morgen sind Feuerwehr und Polizei zur JVA Rohrbach ausgerückt. Laut Christian Priester vom Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Alzey-Worms war das Feuer gegen 6 Uhr in der Zelle einer Gefängnisinsassin ausgebrochen. In der JVA Rohrbach sind weibliche und männliche Häftlinge untergebracht.
Bei dem Feuer habe sich starker Rauch entwickelt, so Priester. Zwei Justizvollzugsbeamtinnen konnten die Frau aus ihrer Zelle ins Freie retten. Die Feuerwehr holte zehn weitere Frauen aus den Nachbarzellen heraus. Sie wurden in andere Räume gebracht.
Gefangene soll Brand selbst gelegt haben
Die Leiterin der JVA Rohrbach, Annabel Franzen, hat dem SWR gesagt, dass die Gefangene das Feuer in ihrer Zelle vermutlich selbst gelegt hat. Die Frau ist mit schweren Verbrennungen in eine Spezialklink geflogen worden.
Drei Justizvollzugsbeamtinnen und ein Justizvollzugsbeamter mussten wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung ärztlich untersucht werden. Auch drei inhaftierte Frauen wurden ärztlich betreut. Bei allen konnte aber Entwarnung gegeben werden. Alle Frauen konnten inzwischen in ihre Zellen zurückkehren.
Polizei ermittelt wegen Straftat
Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts einer Straftat aufgenommen. Die Zelle, in der das Feuer ausgebrochen war, ist versiegelt. Insgesamt waren 45 Feuerwehrleute der VG Wöllstein mit 16 Fahrzeugen im Einsatz.
Wegen des Brandes in der JVA Rohrbach begannen einige Prozesse am Landgericht Mainz am Montagvormittag später. Das hatte der Sprecher des Landgerichts dem SWR mitgeteilt. Die Gefangenen, die in der JVA Rohrbach in Untersuchungshaft sitzen, konnten nämlich nicht pünktlich zum Landgericht Mainz gebracht werden, hieß es.