Früher, als die Winter bei uns noch lang und eisig waren, sind Störche im Herbst über das Mittelmeer bis nach Afrika geflogen. Inzwischen entscheiden sich einige Tiere auch für Gebiete in Süddeutschland oder im südlichen Europa.
Das liegt nach Angaben des NABU daran, dass die Störche dort inzwischen auch in den Wintermonaten etwas zu fressen finden.
Da es in vielen Regionen kaum noch über Tage oder Wochen eine geschlossene Schneedecke oder Eis auf Gewässern gibt, finden die Störche heute auch in den kalten Monaten genug Schnecken, Würmer, Mäuse und kleine Fische.
In der Regel würden Störche im Februar aus ihren Winterquartieren zurück an den Rhein kommen, sagt ein Mitarbeiter des NABU in Bingen.
In den vergangenen 10 bis 15 Jahren habe man aber beobachtet, dass die ersten Tiere bereits im Januar am Himmel über Rheinhessen kreisen.
Nahrung gibt es auch auf der Mülldeponie
Es gebe sogar ein älteres Storchenpaar, das gar nicht mehr weg fliege, so der NABU. Die Tiere sind so erfahren, dass sie wissen, wo sie im Winter Nahrung finden. Sie fliegen zum Fressen zum Beispiel auf eine Mülldeponie in Büttelborn im Kreis Groß-Gerau.
Das üppige Büfett, das sich den Störchen dort bietet, besteht aus Fleischresten und anderen Bioabfällen. In der Nähe gibt es auch ein Moorgebiet.
Nach Angaben des NABU zählt der Kreis Groß-Gerau deshalb zum größten Überwinterungsplatz für Störche in Deutschland.
Störche bringen nicht den Frühling
Dass nun die ersten Störche aus ihren Winterquartieren zurück sind bedeutet nicht, dass es draußen wärmer wird. Nach Angaben des NABU wollen die Tiere die Brutgebiete zeitig beziehen, damit Ende April die ersten Küken schlüpfen können.
Anders sei das bei Kranichen, so der NABU. Die Vögel kommen in der Regel ab März zurück aus den Winterquartieren. Und dann steht tatsächlich der Frühling vor der Tür.