Einfach den Hund von der Leine lassen und ihm dabei zusehen, wie er sich austobt, mit anderen Hunden spielt und seinen Spaß hat - das ist ein Wunsch von Hundebesitzerin Mercedes Gladitz. Das Problem: In Mainz gibt es keine eingezäunte Wiese, auf der das möglich ist. Für eine Hundewiese hatte Mercedes Gladitz am Sonntagnachmittag eine Demonstration auf einer Wiese in der Nähe des Mainzer Taubertsbergbades organisiert.
Denn Gladitz hatte schon einen Termin bei Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos). Doch der verlief für sie enttäuschend: Er habe gesagt, er sei der Chef der Verwaltung und könne persönlich nicht viel machen. "Ich müsste mich mit den dafür zuständigen Ämtern auseinandersetzen."
Alle anderen Landeshauptstädte haben Hundewiesen
Bei den Ämtern ist sie nach eigener Aussage noch nicht weit gekommen. In ihr wächst der Eindruck: "Das Thema wird von der Stadt gerne nach hinten geschoben."
Dabei erhebe Mainz von allen Städten in Deutschland die höchste Hundesteuer. 186 Euro kostet sie für den ersten Hund. Dazu kommt: Viele andere Städte hätten Hundewiesen, laut Gladitz auch alle anderen Landeshauptstädte.
Verein würde sich um Hundewiese kümmern
Mercedes Gladitz macht der Stadt ein konkretes Angebot. Sie würde gemeinsam mit anderen Hundebesitzern einen Verein gründen, um die Wiese zu verwalten und zu pflegen.
Das heißt: Der Verein würde sich auch um die Sauberkeit kümmern und den Rasen mähen.
Schon passende Standorte in Mainz gefunden
Zwei Wiesen hat sie im Blick, die sich dafür eignen: "Im Gonsbachtal sind riesige Grünflächen, die nicht für andere Freizeitaktivitäten genutzt werden." Auch der Johann-Maria-Kertell-Platz in der Nähe des Mainzer Taubertsbergbades eigne sich gut dafür. Beide Wiesen hätten die richtige Größe und würden nicht anderweitig gebraucht.
Für die Hunde sei eine solche Wiese ein Traum. Sie seien körperlich besser ausgelastet, hätten soziale Kontakte und seien folglich zufriedener. Auch für Leute, die keine Hunde haben, wäre die Wiese gut: "Es gibt Leute, die Angst vor Hunden haben und es nicht toll finden, wenn Hunde in Wohngebieten frei rumlaufen." Mit einer Hundewiese hätten die Besitzer die Möglichkeit, ihre Tiere dort herumrennen zu lassen.
Hundewiese soll Thema im Mainzer Stadtrat werden
Jetzt will Gladitz das Thema in den Mainzer Stadtrat bringen. Ludwig Holle, Fraktionsvorsitzender der CDU, sagte auf SWR-Anfrage, dass man über das Thema schon diskutiert habe. Es sei sogar im Koalitionsvertrag festgeschrieben, aber noch nicht weiterverfolgt worden. "Persönlich würde ich aber sagen, dass es sinnvoll wäre, das mal auszuprobieren", so Holle.
Grundsätzlich haben wir das Thema diskutiert. Es steht auch im Koalitionsvertrag.
Stadt Mainz sieht Hundewiese grundsätzlich positiv
Die Stadt Mainz teilte auf SWR-Anfrage mit, dass sie der Einrichtung einer Hundewiese generell positiv gegenüberstehe: "Die Stadt Mainz hat bereits mehrere Flächen verwaltungsintern auf eine Eignung als Hundewiese überprüft." Bislang habe sich aber kein passender Standort gefunden.
Leider gab es bislang keinen Standort, der sich aus Sicht der Verwaltung dafür eignet oder zur Verfügung steht.
Vorgeschlagene Flächen laut Stadt Mainz ungeeignet
Die von Gladitz vorgeschlagenen Flächen seien dafür nicht geeignet. Das Gonsbachtal sei ein Landschaftsschutzgebiet, in dem nichts errichtet werden dürfe. Um die Natur nicht zu stören, müssten Hunde dort sogar an der Leine geführt werden. Der Johann-Maria-Kertell-Platz komme ebenfalls nicht in Frage, weil er im Bebauungsplan als Bolzplatz, Spielplatz und Park festgelegt sei.
Sollte die Stadt einen geeigneten Platz finden, unterstütze sie jedoch gerne "private Initiativen, die eine Hundewiese realisieren und betreiben wollen."