Wegen Wahlrechtsreform

Groden-Kranich trotz Sieges im Wahlkreis Mainz nicht im Bundestag

Der Jubel von CDU-Kandidatin Ursula Groden-Kranich währte nicht lange. Seit der Nacht steht fest, dass sie trotz ihres Sieges im Wahlkreis Mainz nicht in den Bundestag einzieht.

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Von Autor/in Golo Schlenk

Bundesweit steht Groden-Kranich nicht allein da. Insgesamt 23 direkt gewählte Kandidatinnen und Kandidaten kommen nicht in den Bundestag. Grund dafür ist die Wahlrechtsreform. Sie wurde 2023 eingeführt und soll die Zahl der Abgeordneten im Bundestag dauerhaft auf 630 begrenzen. So sollen Kosten gespart werden, und das kleinere Gremium soll arbeitsfähig bleiben.

Drei CDU-Kandidaten aus RLP bleibt Einzug in Bundestag verwehrt

Die Reform führt dazu, dass nur so viele Direktkandidaten in den Bundestag einziehen dürfen, wie es dem Zweitstimmenergebnis entspricht. In Rheinland-Pfalz hat die CDU 14 von 15 Wahlkreisen gewonnen. Weil die 30,6 Prozent der Zweitstimmen aber nur 11 Sitzen entsprechen, haben neben Groden-Kranich zwei weitere CDU-Kandidaten das Nachsehen.

Ich habe gewonnen und doch verloren.

Die Mainzer CDU-Politikerin fühle sich als Siegerin und Verliererin gleichzeitig: "Viele Bekannte haben sich schon gemeldet und mir gratuliert. Einige haben auch gesagt, dass sie mich dann in Berlin besuchen wollen. Denen musste ich jetzt erstmal erklären, dass das nicht klappt. Mich tröstet aber, dass ich den Wahlkreis gewonnen habe und hoch erhobenen Hauptes durch die Stadt gehen kann."

Zukunft von Groden-Kranich ungewiss

Wie die politische Zukunft von Ursula Groden-Kranich aussieht, ist noch unklar. Bis die neue Regierung die Amtsgeschäfte übernimmt, bleibt sie im Bundestag. Sie war erst Anfang Februar für den verstorbenen Parteikollegen Erwin Rüddel nachgerückt. Zudem ist Groden-Kranich Mitglied des Mainzer Stadtrates.

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Golo Schlenk
Golo Schlenk ist Reporter im SWR Studio Mainz