Es hört sich verrückt an, aber eine Wiese macht tatsächlich ganz schön viele Geräusche - allerdings nehmen wir die meistens nicht wahr, weil wir selbst so laut sind. Aber im Naturhistorischen Museum in Mainz können Besucher und Besucherinnen sie jetzt hören - vorausgesetzt, dass sie ganz leise sind.
Die klingende Wiese, auf der auch jede Menge Heilkräuter wachsen, ist nur eine von vielen spannenden Stationen in der neuen Ausstellung "FLORA - wenn aus Wurzeln Wunder wachsen", die jetzt eröffnet wurde.
Heilpflanzen-Buch "Gart der Gesundheit" im Gutenbergmuseum
Am Anfang der Ausstellung stand ein uraltes Buch namens "Gart der Gesundheit", das 1485 in Mainz gedruckt wurde. Zum ersten Mal wurde darin das Wissen über Heilpflanzen aufgeschrieben und inklusive Bildern vielen Menschen zugänglich gemacht.
Dieses Buch gehört zur Sammlung des Mainzer Gutenbergmuseums, das zurzeit im Naturhistorischen Museum untergebracht ist. Studierende der Hochschule Mainz haben sich davon inspirieren lassen, die Ausstellung gestaltet und mit bunten Mitmach-Stationen den Bogen in die Gegenwart geschlagen.
Im "Heilpflanzen-Fenster" findet jeder sein passendes Heilkraut
Neben der tönenden Wiese gibt es zum Beispiel ein "Heilpflanzen-Fenster". Dort kann man an einem Bildschirm ein Körperteil oder Leiden eingeben und bekommt sofort eine Liste möglicher Heilkräuter mit ihren Eigenschaften und Wirkweisen angezeigt.
Zu diesen Pflanzen haben die Studierenden mit viel Fantasie Bilder gestaltet, die in einem großen virtuellen Fenster sichtbar gemacht werden - wie etwa die Kamille als Mädchen mit Blumen-Sonne.
Besucher können selbst neue Heilkräuter gestalten
Außerdem gibt es einen Raum, in dem Besucherinnen und Besucher auf einem Touchscreen selbst ein Pflanze gestalten und sie dann virtuell in eine riesige bunte Wiese pflanzen können. An einer anderen Station werden speziell Frauen in den Mittelpunkt gestellt, die sich mit Heilpflanzen und Kräuterkunde beschäftigt haben, wie etwa Hildegard von Bingen.
Auf bunten Tafeln gibt es zudem Informationen über die Metamorphose der Pflanzen, Artensterben und Biodiversität. Vor dem Museum kann man einige Heilpflanzen dann auch leibhaftig sehen - extra für die Ausstellung wurde der Steingarten vor dem Naturhistorischen Museum mit Hochbeeten bestückt.
Ausstellung "FLORA" soll Bedeutung von Pflanzen zeigen
Überall wird der Bezug zur Gegenwart gesucht und auf die elementare Bedeutung von Pflanzen für die Umwelt und damit für unser Leben aufmerksam gemacht.
Es geht darum, unsere Pflanzen als relevante Lebensgrundlage zu erkennen.
Leben in der Umwelt gehe nur gemeinsam, so Projektleiterin Anja Stöffler von der Hochschule Mainz. Pflanzen könnten uns nähren und heilen und zur Biodiversität beitragen. Das funktioniere aber nur gemeinsam - wenn Menschen, Tiere und Pflanzen zusammenwirken.
Die Ausstellung "FLORA" läuft noch bis zum 23. August mit vielen Extra-Aktionen rund um Heilkräuter wie Kräuterwanderungen, Stadtspaziergänge oder auch einem "Lavendeltag".