Die Eiche ist mehr als 160 Jahre alt. Sie steht auf dem Gelände des ehemaligen Weinguts Niedecken neben der Präsident-Mohr-Schule in Ober-Ingelheim. Dort soll die neue Sporthalle der Grundschule gebaut werden.
Eiche ist denkmalgeschützt und wichtig fürs Klima
Von Anfang an haben sich alle Planer um die alte Eiche gekümmert. "Die Eiche ist denkmalgeschützt, deshalb sind wir gesetzlich verpflichtet, den Baum zu erhalten", erklärt Roland Beek, Leiter des Ingelheimer Umweltamtes. Aber nicht nur deshalb will die Stadt Ingelheim, dass der alte Baum stehen bleibt.
In Zeiten des Klimawandels brauchen wir solche alten Bäume.
Nur alte Bäume hätten eine große Baumkrone und würden viel Schatten im Sommer spenden. Zudem könnten sie mehr Kohlendioxid aufnehmen als junge Bäume. "Sie sind also sehr wichtig für den Klimaschutz", erklärt Umwelt-Ingenieur Bleek.
Deshalb sei das Umweltamt bei den Planungen sofort eingeschaltet worden. Die Architekten mussten die neue Sporthalle um die Eiche herumplanen.
Eiche bekommt besonderen Schutz
Aber das ist noch nicht alles: Damit die Eiche die Bauarbeiten überlebt, müssen die Wurzeln des alten Baumes geschützt werden. Dafür hat das Umweltamt sich einiges einfallen lassen.
Zuerst wurde mit einem Saugbagger vorsichtig im Erdreich um die Eiche herum untersucht, wie weit die Wurzeln des Baumes reichen. In die Bohrlöcher wurde spezielles Substrat zum Schutz der Wurzeln gefüllt. Am Ende der Wurzeln haben Fachleute einen sogenannten Wurzelvorhang ins Erdreich eingezogen.
"Das ist ein Bretterzaun, der verhindern soll, dass sich die Wurzeln weiter ausbreiten", sagt Roland Beek. Oberirdisch ist auch ein Holzzaun um die Eiche aufgebaut worden.
So soll verhindert werden, dass schwere Bagger oder Kräne auf das Erdreich in der Nähe der Eiche fahren und die Wurzeln darunter zerstören.
Auch alte Rosskastanie wird geschützt
Auch eine Rosskastanie wird erhalten und mit einem oberirdischen Bretterzaun geschützt. "Der Baum ist auch mehr als 160 Jahre alt und fällt unter den städtische Baumschutz", so Roland Beek. Die Rosskastanie bekommt ebenfalls einen Bretterzaun zum Schutz ihrer Wurzeln.
Umweltamt kümmert sich um beide alten Bäume
Die Schülerinnen und Schüler sind inzwischen schon in ihr vorübergehendes Domizil, dem Gebäude der ehemaligen Berufsbildenden Schule, gezogen.
Beide Bäume müssen unbedingt den Neubau der Präsident-Mohr-Schule überleben.
Der Neubau werde mindestens drei Jahre dauern. In der Zeit kümmern sich Roland Beek und seine Mitarbeiter um die Bäume. "Wir wässern sie und kontrollieren regelmäßig, ob es ihnen noch gut geht", sagt Bleek. "Wir machen alles, damit die Bäume überleben."