Aktionstag und Starter-Set für zuhause

Kaufen statt klauen: Gegen den Geschirr-Schwund aus der Mainzer Uni-Mensa

Kuchenteller, Pommes-Schalen, Löffel - alles hat in der Mensa auf dem Campus der Uni Mainz Beine bekommen. Mit zwei Ideen will das Studierendenwerk das künftig verhindern.

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Von Autor/in Rabea Amri

"Wenn ich doppelt so viel fürs Essen ausgeben müsste, das fänd' ich schon schade", sagt Studentin Sofia. Sie hat an der Diskussionsveranstaltung "Meet the Gastro" in einem Nebenraum der Mensa teilgenommen.

Nachdem zuletzt sehr viel Geschirr verschwunden war, stand auch im Raum, dass die Preise fürs Mensa-Essen erhöht werden müssen. Das ist jetzt erstmal vom Tisch.

Aktionstag soll Geschirr in Büros und Teeküchen einsammeln

Zwei Ideen sollen aber geprüft werden: ein Aktionstag, an dem Freiwillige die Unigebäude abklappern, um dort stehen gelassenes Geschirr aus Büros und Teeküchen wieder einzusammeln.

Die andere Idee ist ein Geschirr-Starter-Set für Studierende. Damit weniger Mensa-Geschirr in Wohnungen und WGs landet, sollen die Studis Sets aus Teller, Besteck und Tassen günstig direkt bei der Mensa kaufen können.

Dreckiges Geschirr auf einem Tablett in der Mensa an der Mainzer Universität. Weil immer wieder Geschirr geklaut wird, gibt es jetzt neue Ideen
Solche Kuchenteller sind aus der Mensa "Bambus" verschwunden.

Kuchenteller aus der Mensa der Uni Mainz geklaut

Innerhalb von vier Wochen waren aus der Mensa "Bambus" auf dem Mainzer Unicampus 450 der 500 neu gekauften Kuchenteller verschwunden. So eine hohe Verlustquote beim Geschirr rechne sich nicht, sagt der Abteilungsleiter der Hochschulgastronomie, Sebastian Stüber.

Drei Prozent Geschirr-Schwund sind normal, aber in der Mensa "Bambus" haben wir jetzt fast 80 Prozent des neu angeschafften Geschirrs verloren.

Diskussionsrunde in der Uni-Mensa

Bei Instagram hatte das Studierendenwerk über den Geschirr-Klau informiert - und infolgedessen eine mögliche Preiserhöhung angekündigt. Zunächst sollten aber bei der Diskussionsrunde "Meet the Gastro" andere Lösungen gefunden werden.

Die Studierenden, die zu der Veranstaltung gekommen sind, können kaum glauben, dass wirklich so viel Geschirr verschwindet. "Ich habe mit vielen Leuten darüber gesprochen", erzählt Student David. "Aber ich kenne keinen, der Geschirr mit nach Hause genommen hat."

Pfand und Einweg-Geschirr sind keine Lösung

Schon im Vorfeld der Diskussionsrunde waren einige Vorschläge unter dem Instagram-Post gemacht worden. Zum Beispiel wurde ein Pfandsystem für das Geschirr angeregt.

Auch wurde mehrfach gefordert, dass wieder kostenlose Papiertüten ausgegeben werden, um übrig gebliebenes Essen mitzunehmen. Das eine sei zu teuer, das andere nicht umweltfreundlich, erklärt Sebastian Stüber.

Drei kleine weiße Schälchen aus Porzellan mit Pommes stehen auf einer Theke.
Hunderte dieser Pommes-Schalen sind aus der Mensa der Uni Mainz verschwunden.

Essenspreise in der Mensa der Uni Mainz sollen nicht erhöht werden

"Wir wollen die Preise nicht erhöhen", betont der Abteilungsleiter der Hochschulgastronomie, Sebastian Stüber. "Deshalb müssen wir gemeinsam einen Weg finden."

Der Aufruf bei Instagram hat offenbar schon Wirkung gezeigt. Ein Hausmeister habe bereits einen Wagen voll Geschirr auf dem Campus eingesammelt und zurückgebracht. Sebastian Stüber hofft, dass in den kommenden Tagen noch mehr Menschen Geschirr in der Mensa abliefern.

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