Ende vergangenen Jahres war man im rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministerium noch von über 100 Millionen Euro Miesen für 2024 ausgegangen. Damit lag die Prognose zwar schon niedriger als ursprünglich angenommen, jetzt hat sie sich aber noch einmal deutlich verbessert.
Mehr Geld von den Krankenkassen, weniger für das Heizen
"Der Fehlbetrag ist nicht mehr dreistellig und das ist ein kleiner Erfolg", sagt Professor Dr. Ralf Kiesslich, Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz. Mit den Krankenkassen konnten bessere Konditionen verhandelt werden, die Unimedizin bekommt also mehr Geld für ambulante und stationäre Behandlungen.
Dazu sind die Kosten für Energie und Heizen gesunken. Außerdem übernimmt das Land 400 Millionen Euro und damit mehr als die Hälfte der Gesamtschulden der Universitätsmedizin. Dadurch fallen künftig weniger Zinsen für die Schulden an.
Wir halten an dem Plan fest, eine schwarze Null spätestens in 2030 zu erreichen.
Die Trendwende sei in Sicht, ist man sich im Vorstand der Unimedizin sicher. Mit den angestoßenen Maßnahmen sei man auf dem richtigen Weg, sagt Kiesslich. Auch wenn es sehr ambitioniert sei, in fünf Jahren wolle man für die Unimedizin einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.
Diskussion um zweiten Unimedizin-Standort hat begonnen
Um auch in 20 oder 30 Jahren noch medizinische Versorgung auf höchstem Niveau bieten zu können, muss und will sich die Universitätsmedizin weiterentwickeln, auch baulich. Viele Gebäude am jetzigen Standort in der Mainzer Innenstadt sind alt, müssen saniert oder komplett neu gebaut werden.
2,2 Milliarden Euro stellt das Land dafür zur Verfügung. Das dauert aber sehr lange, der Betrieb muss dabei weiterlaufen, die Baukosten könnten explodieren. Deshalb denkt man auch über einen zweiten Standort nach, unterhalb der Draiser Senke, in der Nähe des ZDF auf dem Lerchenberg.
Zentralkrankenhaus für die stationäre Versorgung der Unimedizin
Die Unimedizin möchte nicht rausziehen aus der Stadt, sie möchte stationäre und ambulante Versorgung voneinander trennen. Notfall- und stationäre Versorgung auf dem Lerchenberg, ambulante Medizin und Forschung in der Innenstadt. Dieser Neubau würde den laufenden Betrieb nicht behindern, die neuesten medizinischen und technischen Standards könnten genutzt werden.
Was ist mit dem Klima?
Noch ist nicht sicher, ob es überhaupt möglich ist, auf dem Lerchenberg ein neues Krankenhaus zu bauen. Eine zentrale Frage wird die nach dem Klima sein: Wie würde ein Neubau das Klima und die Frischluftzufuhr in der Mainzer Innenstadt beeinflussen? Diese und andere baurechtliche Fragen sollen nun zusammen mit der Stadt Mainz besprochen werden. Letztlich wird der Mainzer Stadtrat dann darüber entscheiden.