Der Papst hatte laut Katholischer Nachrichtenagentur (KNA) gesagt, es entspreche nicht dem Auftrag der Kirche und dem, was die Welt von ihr erwarte, sich ausschließlich auf das Thema sexualisierter Gewalt zu konzentrieren. Außerdem habe der Papst davor gewarnt, sich vom Missbrauchsskandal "vollständig in Beschlag nehmen zu lassen".
Bischof Kohlgraf: Sexualisierte Gewalt ist ein Verbrechen
Am Donnerstagabend fand im Mainzer Landtag eine Podiumsdiskussion zum Thema sexualisierte Gewalt statt. Der Mainzer Bischof Kohlgraf sagte in einem vorab verbreiteten Redemanuskript, einige Menschen hätten den Papst so verstanden, als wolle er die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt relativieren. "Auch ich kann an die Aussagen des Papstes zum Auftrag der Kirche und des Evangeliums zumindest ein Fragezeichen setzen", erklärte der Bischof.
Sexualisierte Gewalt sei ein Verbrechen am Menschen und Verrat am Evangelium, so Kohlgraf. Dies habe auch Papst Leo XIV. hervorgehoben.
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Würde des Menschen müsse bewahrt werden
Der Mainzer Bischof betonte, die Kirche müsse die Menschen würdevoll behandeln. Er versicherte, die katholische Kirche werde weiterhin Verantwortung übernehmen.
Ich kann Ihnen versichern, dass wir uns im Sinne dieses Auftrags nicht zurücklehnen werden und dass es auch weiterhin unser Fokus sein wird, Verantwortung für das Versagen der Kirche auf verschiedenen Ebenen zu übernehmen.
Der Mainzer Bischof führte weiter aus, der Weg zu einem "Mentalitäts- und Haltungswechsel im System Kirche" sei nicht abgeschlossen. Im Vordergrund müsse immer die Perspektive der Betroffenen stehen. "Blinde Flecken" müssten gefunden werden, so Kohlgraf: "Wo wird vielleicht immer noch verharmlost, geschwiegen oder vertuscht? Dabei darf es keine Rolle spielen, ob dieser Blick unbequem ist oder fest Etabliertes hinterfragt."
Bistum Mainz will Sicherheit für Kinder und Jugendliche
Nach Ansicht der Bevollmächtigten des Bistums Mainz, Stephanie Rieth, muss Kirche ein Ort sein, an dem sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene sicher fühlen. Es gelte darüber hinaus, als Gesellschaft insgesamt eine Kultur zu fördern, die sexualisierte Gewalt verhindert, schnell aufdeckt und aufarbeitet, so Rieth.