"Niklas Kaul gewinnt die Weltmeisterschaft im Zehnkampf", "Mainz 05 qualifiziert sich für die Conference League" oder "Der ASV Mainz 88 ist deutscher Mannschaftsmeister" - Schlagzeilen, die schnell den Eindruck erwecken, dass es dem Vereinssport in Rheinhessen gut geht. Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Es ist noch viel Luft nach oben.
Junge Sporttalente fördern
Baris Baglan ist ehemaliger Ringer, Erster Vorsitzender des ASV Mainz 88 und engagiert sich in der neuen Stiftung. Er weiß, was es heißt, Leistungssportler zu sein. Und er weiß, dass jeder erfolgreiche Athlet einmal klein angefangen hat, bei dem "Verein um die Ecke". "Genau hier müssen wir ansetzen, bei den Vereinen vor Ort und das muss eben auch entsprechend unterstützt werden", sagt Baglan.
Und das möchte die neue Sportstiftung tun. Ihr geht es um die kleinen Vereine, nicht um die Profiliga. "Wir freuen uns alle mit unseren 05ern, aber ich glaube, da braucht es keine weitere finanzielle Unterstützung," so der Sportler. Bei der Sportstiftung gehe es zudem nicht nur um finanzielle Hilfen, sondern auch darum, jungen Talenten die richtigen Kontakte zu vermitteln.
Jugendliche und junge Erwachsene sollen dabei unterstützt werden, das oftmals hohe Trainingspensum mit Schule, Ausbildung oder Arbeit besser verbinden zu können. Hier möchte die Stiftung auch beratend zur Seite stehen und die verschiedenen Möglichkeiten aufzeigen.
Vielfältige Fördermöglichkeiten für Vereinssport
Aber nicht nur im Leistungs-, auch im Breiten- und Inklusionssport möchte die Sportstiftung die Athletinnen und Athleten unterstützen. So könnten die Sportler zum Beispiel einen Fahrtkosten-Zuschuss erhalten, wenn sie zu Turnieren oder Trainingsstätten fahren. Oder Vereine könnten Geld bekommen, um neue Sportgeräte zu kaufen. Die Fördermöglichkeiten seien vielfältig, sagt Hans Beth, der Initiator der Stiftung.
Ganz besonders wichtig ist den Mitgliedern der Sportstiftung auch die integrative Wirkung. Wie Beth erzählt, sei es beispielsweise in der Vergangenheit schon einmal vorgekommen, dass es bei einem Turnier keine behindertengerechten Toiletten gegeben habe. Hätten diese nicht noch kurzfristig besorgt werden können, hätten die beeinträchtigen Menschen nicht an dem Turnier teilnehmen können. Solche Situationen sollen künftig verhindert werden.
Verein als Ort der Integration
Außerdem möchte die Stiftung Projekte unterstützen, die Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Lebensbereichen zusammenbringt. "Es zeige sich immer wieder, wie sehr Sport dazu beitragen kann, Menschen in die Gesellschaft zu integrieren", so Beth.
Sport ist so wichtig für unsere Gesellschaft. Durch Sport kann für die Integration sehr viel bewegt werden.
Sportstiftungen schon in anderen Städten vorhanden
"Dass es in Rheinhessen jetzt eine Sportstiftung gibt, wird höchste Zeit“, sagt Hans Beth. In anderen Städten in Rheinland-Pfalz wie beispielsweise in Trier oder in der Region Koblenz gebe es so etwas schon. Auch Wiesbaden habe bereits eine solche Stiftung.
Der Vorstand und das Kuratorium der Stiftung setzen sich aus Unternehmen, Privatpersonen und Sportlern zusammen. Das Geld soll vor allem aus der Wirtschaft kommen, aber es gibt auch viele erfolgreiche Sportler aus der Region, die die Stiftung unterstützen wollen. "Es haben sich schon jetzt mehr als 50 Sportlerinnen und Sportler aus Mainz und Rheinhessen gemeldet," freut sich Beth.