Polizei warnt

Angebliche Entführung von Mädchen in Alzey war Fake News

"Dringender Vermisstenfall: Lisa Vogel wurde beim Spielen in ihrem eigenen Garten entführt." Dieser Post auf Facebook hat am Wochenende viele in Rheinhessen aufgeschreckt. Doch die Polizei spricht von einer Falschmeldung.

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Von Autor/in Markus Volland

Am Samstagabend kurz vor Mitternacht stand das Telefon in der Polizeiinspektion in Alzey nicht mehr still. Nach einem Facebook-Post zu einem entführten Mädchen machten sich viele Menschen Sorgen. Jetzt stellt sich heraus: Es gab gar keine Entführung.

Meldung über entführtes Mädchen ist alt

"Solche Meldungen sind teilweise viele Jahre alt", sagt Rinaldo Roberto vom Polizeipräsidium Mainz. Die, die am Samstag die Menschen in Alzey aufgeschreckt hat, habe es auch bereits in Essen und anderen deutschen Städten gegeben. Die Meldung vom Wochenende sei zeitgleich außerdem auch noch in Bingen, Ingelheim oder Wackernheim aufgetaucht. Ein Polizeibeamter, der Vater eines Kindes ist, hätte den Post auch schnell als Fake erkannt.

Das Problem ist die Angst, bei den Eltern, den Post nicht geteilt zu haben.

Solche Falschmeldungen verbreiten sich wie ein Lauffeuer, heißt es von der Polizei. Die Leute machten sich zwar schon Gedanken darüber, ob sie wahr oder falsch sein könnten. Doch trotz dieser Bedenken würden viele Eltern die Meldungen teilen. "Es könnte ja etwas dran sein, und sie wollen nicht daran schuld sein, wenn es andere nicht mitbekommen", erklärt Rinaldo Roberto vom Mainzer Polizeipräsidium.

Ursprung der Fake News nicht mehr nachzuvollziehen

Die Polizei sucht nicht nach dem Ursprung einer solchen Fake-Nachricht, denn diese liegt möglicherweise schon viele Jahre zurück. Manchmal würden die Bilder der angeblich vermissten Kinder ausgetauscht und erneut in sozialen Netzwerken verbreitet. "Real ist die Nachricht nur, wenn sie von uns kommt", sagt Polizeisprecher Roberto.

Eine echte Suchmeldung oder eine Warnung vor Entführern habe als Ursprung immer die Polizei. Ansonsten müsse man damit sehr vorsichtig sein, selbst wenn sie viele Mal geteilt und weiterverbreitet wurde.

Und Rinaldo Roberto, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mainz, kann noch mehr beruhigen: "Im gesamten vergangenen Jahr ist in Rheinhessen nicht ein Kind von einer fremden Person mitgenommen worden."

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Markus Volland
Onlinefassung
Christiane Spohn
Christiane Spohn ist Reporterin im SWR Studio Mainz

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