Massive Vergewaltigungsvorwürfe

Angeklagter am Landgericht Mainz soll sich als Milliardär ausgegeben haben

Die Vorwürfe, wegen der sich ein 42-jähriger Mann aus Worms vor dem Landgericht Mainz verantworten muss, sind massiv. Er soll zwei Frauen mehrfach vergewaltigt haben.

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Von Autor/in Golo Schlenk

Der bereits vorbestrafte Angeklagte hatte eine perfide Masche genutzt, um sich das Vertrauen seiner Opfers zu erschleichen. So kontaktierte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Traurednerin und gab sich als Milliardär Alexander Klatten aus. Er wolle für die Hochzeit seiner Schwester eine Traurednerin engagieren. Weil er einer der reichsten Männer Deutschlands sei, müsse er verdeckt agieren und äußerst vorsichtig sein.

Opfer verliebte sich in den vermeintlichen Milliardär

Damit - und mit weiteren persönlichen Gesprächen am Telefon - beeindruckte der heute 42-Jährige die Traurednerin offensichtlich nachhaltig, so dass sie sich in ihn verliebte und einem Treffen mit dem scheinbar ebenfalls verliebten Klatten in Wallertheim zustimmte.

Der Angeklagte entsprach weder optisch noch menschlich ihren Vorstellungen.

Dort traf sie aber nicht, wie erhofft, auf den Milliardär, sondern auf den Angeklagten, der "weder optisch noch menschlich" ihren Vorstellungen entsprach, so die Staatsanwältin. Die Frau verließ die Wohnung und brach den Kontakt ab.

Angeklagter nahm noch weitere Identitäten an

Der Angeklagte habe sich aber nicht abwimmeln lassen. Er erfand eine abstruse Geschichte. Der 42-Jährige hat laut Anklage erneut die Traurednerin kontaktiert, wieder gab er sich als Alexander Klatten aus. Diesmal berichtete er, dass der Mann, den die Frau getroffen habe, sein Cousin Maximilian Quandt sei, der ihn erpressen wolle.

Sie müsse diesen deshalb erneut treffen und alles machen, was er von ihr verlange. Das Opfer traf sich laut Anklage erneut mit dem Angeklagten. Er übernachtete mit der Frau mehrere Tage lang in zwei Hotels. Dabei habe er sein Opfer mehrfach mit einer Waffe bedroht und vergewaltigt. Erst nach sieben Tagen konnte sich die Frau aus seinem Zugriff befreien.

Vernehmung des Opfers dauerte acht Stunden

Ihre Aussage war bereits zuvor per Video aufgezeichnet worden und soll in den nächsten Sitzungen des Prozesses abgespielt werden. Nach Angaben der Vorsitzenden Richterin hat diese Zeugenvernehmung mehr als acht Stunden gedauert. Um sie den Prozessbeteiligten vorzuführen, veranschlagt das Gericht mehr als zwei Prozesstage. Mit einem Urteil ist wohl erst im Dezember zu rechnen.

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Golo Schlenk
Golo Schlenk ist Reporter im SWR Studio Mainz

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