Geholfen haben strikte Sparmaßnahmen. So wurde beispielsweise die Küche zum 1. November geschlossen. Seitdem gibt es dort nichts mehr zu essen. So konnten Personal- und Lebensmittelkosten eingespart werden. Aber allein das war nicht genug, um das finanzielle Loch zu stopfen.
Ohne die privaten Spenden hätte das Geld nicht gereicht, sagt Diana Gläßer aus dem Vorstand des Trägervereins der "Bar jeder Sicht". "Die queere Community kämpft für das queere Zentrum", sagt sie. Bei dem Spendenaufruf seien viele Gelder zusammengekommen. "Da funktioniert die Solidarität total."
Wir schaffen es vermutlich übern Berg bis nächstes Jahr.
Unterstützung auch von Seiten der Stadt
Auch von Seiten der Stadt gibt es positive Signale. Zusammen mit einigen Vertretern des Vereins hat der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) am Montagabend über die Zukunft des queeren Zentrums gesprochen.
Das Treffen mit Haase sei sehr konstruktiv und lösungsorientiert gewesen, sagt Diana Gläßer. Es sei keine Frage gewesen, dass queere Menschen in Mainz Unterstützung bräuchten. Zusammen mit dem Queerbeauftragten der Stadt werde man nun die Kulturveranstaltungen dieses Jahres durchgehen und schauen, wo die Stadt rückwirkend noch finanziell unterstützen könne. Außerdem plant der Verein Gespräche mit den einzelnen Fraktionen im Stadtrat.
Hilfe gesucht Queeres Zentrum "Bar jeder Sicht" in Mainz steht vor dem Aus
Die "Bar jeder Sicht" ist seit 20 Jahren eine sichere Anlaufstelle für queere Menschen in Mainz und Umgebung. Jetzt droht ihr die Pleite.
Queeres Zentrum braucht langfristige Finanzierung
Die jährliche Fördersumme der Stadt von 30.000 Euro bleibt hingegen erst einmal gleich. Die Entscheidung darüber, mit wie viel Geld die Stadt künftig unterstützen könne, werde im Stadtrat getroffen. Derzeit würden die Haushaltsplanungen für das nächste Jahr den Förderbetrag der vergangenen Jahre vorsehen. Allerdings habe Hasse im Gespräch gesagt, dass noch einmal genauer auf die Höhe geschaut werden soll.
Neben der Fördersumme der Stadt finanziert sich das queere Zentrum von allem durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und den Einnahmen der Bar. Um aber langfristig eine Perspektive zu haben, will der Verein mit großen Unternehmen aus der Region Kooperationen eingehen.
Wir brauchen eine Einnahmequelle, mit der wir fest rechnen können. Da sind wir noch nicht.
Der Wunsche des Vereins ist es, die Küche wieder zu öffnen. Auch deswegen sei es wichtig, dass einer dauerhafte finanzielle Lösung gefunden werde.
"Bar jeder Sicht" hilft bei Diskriminierung
Die "Bar jeder Sicht" bietet Einzelberatungen und Hilfe an. Sie veranstaltet auch Gruppentreffen, bei denen jeder von seinen Erfahrungen als queerer Mensch erzählen kann. Jeder, der sich an das queere Zentrum wende, bekomme Unterstützung.
Dabei legt der Verein Wert darauf, dass jeder an dem Angebot teilnehmen kann - unabhängig seiner finanziellen Möglichkeiten. So kosten die Kulturveranstaltungen zum Beispiel keinen Eintritt und auch die Essenspreise sind bewusst niedrig gehalten.
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